Es ist mal wieder soweit, ZAPP enthüllt sein eigenwilliges Verständnis von “kritisch sein”, dem offenbar zugrunde liegt, dass nur kritisch ist, wer alle Seiten mal in einem schlechten Licht darstellt, egal von wem dieses Licht geworfen wird und ob es wirklich angemessen ist. In einem kürzlichen Beitrag einige Tage nach den jüngsten Demonstrationen gegen TTIP, CETA und TiSA platziert ZAPP dem erfolgreichen Widerstand gegen die Handelsabkommen gegenüber den Vorwurf, dass es sich um “professionelle Kampagnenorganisationen” handelt, die “vor allem auf Emotionen setzen” und “einfache Befürchtungen bedienen”. Man stutzt sogar darüber, dass über die mehreren hunderttausend Demonstrierenden in sieben Städten als Aufmacher in der Tagesschau berichtet wurde.
Dazu das ZAPP-Video: “Kampf gegen TTIP: Mit Chlorhuhn zum Sieg” (20.9.2016)
Der ZAPP-Beitrag wird jedoch zur Realsatire, indem er den TTIP-Gegner*innen nicht bloß Emotionalität vorwirft, sondern dabei zugleich gerade die INSM als Hauptzeugen auftreten lässt, der dann berichten darf, dass die Industrie eben auf “Verstand und Vernunft” setzt und daher dem TTIP-Widerstand unterliegt. (Anmerkung: Was allein die Wachstums- und Beschäftigungsversprechen, und die ihnen zugrunde liegenden phantasievollen bis grob irreführenden Modellrechnungen mit “Vernunft” zu tun haben, hatten wir an anderer Stelle behandelt.) Weiterlesen