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Ein Aufruf von SozialdemokratInnen! in der SPD

(Pardon, in unserem Zeitalter nennt man das ja “SPD-Linke”…)
Nachdem die Partei in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt nahezu pulverisiert wurde, wäre es höchste Zeit für das, was sich einst Sozialdemokratie nannte, die ideologische Sackgasse zu verlassen. Dringender denn je bräuchte es eine Struktur, die dazu in der Lage wäre, ein historisches Bündnis aus gewerkschaftlichen, linken und sozialen Kräften wiederzubeleben, um eine Wende herbeizuführen in einem Europa, das unbestreitbar mit jedem Tag, der vergeht, weiter zerrieben wird zwischen Finanzmärkten, Konzernmacht, Austerität und demokratischer Entleerung einerseits, sowie reaktionären Gefühlswallungen, Hass und Misanthropie andererseits. Insofern sei hier auf einen kürzlichen Aufruf einiger Bundestagsabgeordneter und FunktionsträgerInnen der SPD verwiesen, der eine ganze Reihe an wirtschafts-, sozial- und friedenspolitischen Maßnahmen einfordert, deren Umsetzung immerhin den klaren Bruch mit dem bisherigen verantwortungslosen, neoliberalen Projekt der marktkonformen Unterlassung bedeuten würde:

“Profil schärfen – sozialdemokratischen Aufbruch gestalten” (18.3.2016)

Bereits der Anfang verdeutlicht, dass hier Probleme in ihren Zusammenhang gestellt werden, ein Umstand, den man in Anbetracht des absurden Zeitgeistes als wirkliche Leistung würdigen muss:

“Die Auswirkungen von Kriegen, Konflikten und Krisen treffen immer mehr auch Deutschland. Ihre Ursachen liegen vor allem in wachsenden Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten zwischen Regionen und Staaten sowie innerhalb einzelner Staaten. Weltweit öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich, Schwach und Mächtig immer weiter. Terror, Gewalt, Vertreibung und Flucht sind Symptome der sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Krisen. […]

UnterzeichnerInnen: Klaus Barthel, MdB; Leni Breymaier, ver.di Bezirksleiterin Baden-Württemberg; Marco Bülow, MdB; Michael Groß, MdB; Wolfgang Gunkel, MdB; Gabriele Hiller-Ohm, MdB; Cansel Kiziltepe, MdB; Hilde Mattheis, MdB; Rüdiger Veit, MdB; Waltraud Wolff, MdB

Jascha Jaworski

5 Kommentare

  1. Solange die #SPD (nicht die Einzige, die #Grünen kein Deut besser) immer mehr an der #CDU rechts vorbei möchte, wird sie bald komplett in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Sie wird immer mehr zum Bettvorleger der Austeritäts-Kanzlerin und deren Partei. Trennt euch von Gabriel, Oppermann und Co. in der Führung der #SPD!
    Von der #CDU weiß man, dass sie gewissenlos, skrupellos sind, und dass das “C” bei denen noch nie von Bedeutung war/ist.

  2. Was ich diesen rotlackierten Neoliberalen wirklich übel nehme,ist ihre penetrante Realitätsverweigerung.Sie wissen sehr genau, daß die AGENDA 2010,die ja auch eine staatlich legitimierte Existenzvernichtung beinhaltet,ihr eigentliches Kernproblem darstellt.
    Der Niedergang der Sozialdemokratie ist die Nichtaufarbeitung der sogenannten “AGENDA-Reformen und die damit einhergehende massive soziale Verwerfung und Prekarisierung!Man sollte nicht vergessen,daß bei der “Gestaltung”der AGENDA,die wichtigsten Arbeitgeberverbände mit am Tisch saßen und ROT/GRÜN diktiert haben,was sie unter freier Marktwirtschaft verstehen.
    Sollte nur ein wenig Hoffnung für ROT-ROT-GRÜN gedeihen,so muß Gabriel (der Hauptgegner von R/R/G) auf jeden Fall weg.
    Die Sozen müssen sich jeden Tag fragen,warum sie in den letzten Jahren mehr als 10 Millionen Wähler und die Hälfte ihrer Mitglieder verloren haben !!!
    Ich beklage schon des öfteren,die eklatante Unfähigkeit der Politik zur Selbstkritik.

  3. Und warum schaffen es weit über 50% sozialdemokratisch oder sonst irgendwie links denkende Menschen nicht, das Thema zu lösen? Weil sie offensichtlich alle noch nicht strategisch denken, sondern sich lieber in internen Grabenkämpfen selbst zerfleischen. So wird das sicher in 100 Jahren nix.

  4. Die sPD hat keine tausendste Chance verdient. Bei dem Akronym überkommt mich nur noch Ekel, weil es genau für alles steht, was Menschen und Gesellschaft zerstört. Sie sind wie Giftmischer, die Leitungswasser kontaminiert haben, viele Opfer verursachten und eine Menge Leid und Elend angerichtet haben, und jetzt kommt einer daher und sagt, lasst uns doch der anderen Chemieabteilung eine Chance geben, weil gerade die das Wasser vitalisiert. Verbrecher bleiben Verbrecher, wenn sie mit dem kopulieren, vor dem sie der Wählerauftrag beschützen sollte.

    Es gibt keine “Linke-sPD”. Es gibt eine vor Schröder und nach Schröder und diese hat alle Werte für egoistische Zwecke verraten und wird es immer wieder tun, weil, wenn sie einmal damit durchkommen, wissen sie, sie kommen immer damit durch. Die Partei muss abgeschossen werden, als Warnung für andere.
    Das ist die einzige Macht der Wähler, sonst hat er keine.

  5. Ich kann vieles nachvollziehen, fürchte nur, genau über diese Sichtweise reiben sich einflussreiche Kreise die Hände. Tiefe Enttäuschung, Verbitterung, Zorn, und dann wird das dauerhaft zum Feind, was einst der einzige Pfand für die eigene Sache war.
    Ich stelle noch einmal einen Beitrag von Roberto De Lapuente dagegen:
    “Die eigentliche Alternative für Deutschland wäre eine richtige Sozialdemokratie”
    http://ad-sinistram.blogspot.de/2008/01/uber-mich.html

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