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No 328

“Die Sache mit dem Sparen der Unternehmen wäre aber ein schönes Thema für die SPD, die händeringend nach neuen Themen sucht, um sich endlich von ihrem Hartz-Trauma zu befreien. Sie könnte sagen, das wussten wir nicht und das wollten wir auch nicht. Wir waren ja nur für private Vorsorge à la Riester, weil wir erwartet hatten, dass die Unternehmen automatisch Schulden machen und investieren, wenn mehr gespart wird.
Auch von der Schuldenbremse in der Verfassung könnten sie sich flugs distanzieren, denn auch die kann ja überhaupt nur dann sinnvoll sein, wenn die Unternehmen die Hauptschuldner sind. Selbst der Stabilitäts- und Wachstumspakt in der EWU wäre nicht mehr tabu, denn auch der setzt investierende Unternehmen voraus.
Das wäre kraftvolle Opposition und nicht leeres Geschwätz. Nach links und nach rechts könnte man austeilen, wie das die Parteien >>der Mitte<< so lieben. Wirtschaftskompetenz könnte man zeigen, deren >>Rückgewinnung<< der Altkanzler dringend anmahnt.
Allerdings, das ist der kleine Pferdefuß, man müsste sich zur Makroökonomie bekennen. Das jedoch ist nicht so einfach, weil die Makroökonomie in der SPD vor ungefähr 40 Jahren endgültig zu Grabe getragen worden ist, denn man wollte unbedingt über >>Keynes hinaus<<. So jedenfalls hat das der >>SPD-Vordenker<< Erhard Eppler genannt […]. Jetzt den Genossen zu sagen, wir müssen zurück, um vorwärts zu kommen, ist schon viel verlangt. Haben wir nicht von Clausewitz gelernt: >>Nichts ist schwerer als der Rückzug aus einer unhaltbaren Position<< […].”

(Heiner Flassbeck, ehemals Staatssekretär im Finanzministerium und Chefvolkswirt der UNCTAD, heutiger Mitherausgeber von Makroskop – Institute entdecken das Sparen der Unternehmen – und doch wieder nicht, Makroskop, 5.10.2017)

Jascha Jaworski

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