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No 342

“[Steve Hudson:] Wir kämpfen für eine SPD, die endlich wieder zu ihren Grundwerten steht anstatt zur Union. In einer Groko ist eine wirkliche sozialdemokratische Ausrichtung der SPD unmöglich. Da ist sie eine zentristische Wischi-Waschi-Partei, die keinerlei Vision mehr verkörpert und nicht mehr weiß, wofür sie eigentlich existiert. Und bei der nächsten Wahl stirbt sie dann vielleicht endgültig – wie schon bei den sozialdemokratischen Parteien in Frankreich, den Niederlanden und Griechenland, die mittlerweile alle nur noch einstellige Ergebnisse erzielen. Deshalb war die Kehrtwende von Martin Schulz bei der Groko so fahrlässig. Gar nicht davon zu reden, dass die Groko die AfD zur Oppositionsführerin macht.
[FAZ:] Wie wollen Sie die Groko denn noch verhindern?
[Steve Hudson:] Indem wir die Basis aufrütteln. Das betrifft vor allem den Mitgliederentscheid, mit dem über einen Koalitionsvertrag abgestimmt werden soll. Die Groko-Befürworter gehen davon aus, dass sie mit ein paar Rücktrittsdrohungen und ein paar Bonbons wie der paritätischen Versicherung durchkommen werden – und sie setzen vor allem auf die Passivität der Basis. Deshalb umwerben wir passive Mitglieder mit Veranstaltungen und in den sozialen Netzwerken, sich wieder zu engagieren. Und wir versuchen, ausgetretene SPD-Mitglieder mit einer >>Tritt ein, sag nein<<-Kampagne zu reaktivieren, damit sie beim Mitgliedervotum gegen die Groko stimmen. Wir wollen diese Verhältnisse nicht länger ertragen. Wir wollen unsere SPD zurückerobern.”

(Steve Hudson, Mitglied der SPD und der Labour Partei, Aktivist von “Momentum” und Mitbegründer von #NoGroKo – >>Wir wollen unsere SPD zurückerobern<<, Interview mit der FAZ, 12.1.2018)1

  1. Steve Hudson weiß sehr genau, worum es geht, da er die Befreiung linker Kraftverstärker aus den neoliberalen Ketten an der spektakulären Entwicklung seiner Labour Partei in Großbritannien beobachten und unterstützen konnte. Wer nun auch in Deutschland erkannt hat, dass man den neoliberalen Ideologen nicht einfach die Unterdrückung sozialdemokratischen Potentials überlassen darf, da es um nichts weniger als die soziale und demokratische Zukunft geht, kann die Initiative NoGroKo mit einer Unterschrift und darüber hinaus unterstützen. []

Jascha Jaworski

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