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Oliver Marchart über den “liberalen Antipopulismus” als Postpolitik

Oliver Marchart geht in einem jüngeren Artikel in sehr gelungener Weise auf den Begriff “Populismus” und seine (instrumentell notwendige) Leere ein. Der Autor leistet dabei eine gesellschaftliche Zustandsanalyse, die vieles gerade rückt, was an Falscherzählungen, Befundausblendungen und Ursachenumkehrungen in die öffentliche Debatte gepumpt wird, um die altbekannte Alternativlosigkeit und “marktkonforme Demokratie” (Merkel) weit über ihr Verfallsdatum hinaus zu erhalten…

“Liberaler Antipopulismus. Ein Ausdruck von Postpolitik” (Oliver Marchart, Bundeszentrale für Politische Bildung, 27.10.2017)

Zitat:

“Mit der Wirtschafts- und Finanzkrise seit 2008 ist das Politikmodell der Postpolitik nun seinerseits in die Krise geraten. Der enorme Legitimationsverlust, den der neoliberale Mainstream erfahren musste, ist der spürbaren Verschärfung des sozialen Missstands und dem Ausbleiben der neoliberalen Versprechungen geschuldet. Populistischen Mobilisierungsstrategien war nun zunehmend Erfolg beschieden, und es kündigte sich die Rückkehr des Politischen im Gewand des Popularen an. Das >>empirische Gespenst<< des demos begann wieder den Rasen zu zertrampeln. Nun, da die alten Strategien der Politikverleugnung nicht mehr fruchteten, mussten die liberalen Antipopulisten einen Gang zulegen. Sie mussten wieder Politik machen, um Politikmachen blockieren zu können.
Im Ausgang dieser zweiten Phase der Postpolitik wandeln sich daher farblose Manager des neoliberalen Status quo wie Rutte, Macron oder Kurz ihrerseits zu Populisten und treten in Konkurrenz zu den >>originalen<< Populisten wie Wilders, Marine Le Pen oder Heinz-Christian Strache. […]”

Da Herr Marchart auf die Rolle der sich selbst in den Niedergang geworfenen Sozialdemokratie als einen Dreh- und Angelpunkte eingeht, und jene Befunde benennt, die die Unvermeidbarkeit widerlegen, fügen wir eine Gafik an, in der die Befunde für sich sprechen, wenngleich weiterhin nur wenige von den Befunden sprechen, warum wohl?:

 

Jascha Jaworski

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