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Frontal 21 zum hochgradig gesundheitsschädlichen Troika-Diktat in Griechenland

Nachdem Griechenland – genauer: das griechische Gemeinwesen (also Millionen Menschen) – einem jahrelangen Austeritätsprogramm unterworfen wurden, das nicht nur seinesgleichen sucht, sondern dessen humanitär vielfach verurteilte Auflagen auch noch lange Zeit und tiefgreifend nachwirken werden, scheinen “die Märkte” nun “beruhigt” und schwingen ihre Zinspeitsche vorerst nur noch sachte drohend.

Der Umgang mit Griechenland, von der “Eurogruppe” unter Deutschlands Führung angeordnet, der Troika exekutiert und der griechischen Bevölkerung unter Zwang erduldet, ist dabei doch ein Teil jenes Eisbergs, über dessen Spitze sich viele nun aufregen, wenn sie den Vormarsch der Rechtspopulisten in Europa beklagen. Dabei sollte man stets auf sein Unterwassermassiv schauen, jene unzivilisierten Strukturen, wie sie sich eben besonders im gnadenlosen Umgang mit Griechenland gezeigt haben und noch zeigen. Doch das Eingeständnis der Verheerungen im Umgang mit dem Land und seinen Menschen ist etwas, das bis heute kaum Aufmerksamkeit aus dem Mainstream und seinen Eliten erhält. Wir verweisen auf einen aktuellen Frontal 21-Beitrag, der sich mit der Zurichtung des griechischen Gesundheitssystems beschäftigt, das dem “Willen der Märkte” unterworfen wurde. Wer ein wenig über die Zusammenhänge nachdenkt, müsste eigentlich darauf kommen, dass mit der derzeitigen Weiter-so-Politik à la Merkel und Großkoalitions-SPD-Spitze, ebenso wie mit dem institutionellen Gefüge, das sie in Europa ermöglicht, kein friedliches und zivilisiertes Gemeinwesen zu machen ist:

“Krank gespart – Griechenland nach acht Jahren Troika” (Frontal 21, 31.7.2018)

Im Beitrag werden die Gesundheitsausgaben in Prozent des BIP angegeben. Hierbei darf man nicht vergessen, dass im Zuge der Super-Austerität das BIP in Griechenland um rund 26% abgestürzt ist. Wie unsere nachfolgende Grafik ergänzend zeigt, wurden die Gesundheitsausgaben pro Kopf in Griechenland somit schlicht halbiert, was im “Memorandum of Understanding” von 2012 noch unter der Überschrift “To modernise the health care system” umrissen wurde:

Und nicht vergessen: Immer die Verantwortlichkeiten genau im Blick behalten! Wessen Aufgabe wäre es gewesen, gegen anti-soziale und anti-demokratische Zustände vorzugehen, wenn nicht jene der Sozialdemokratie?

Was hat sie hingegen getan? Genau das Gegenteil, Zitat Gabriel (Juni 2015):

“Wir werden nicht die überzogenen Wahlversprechen einer zum Teil kommunistischen Regierung durch die deutschen Arbeitnehmer und ihre Familien bezahlen lassen.”
(http://www.taz.de/!881856/)

Oder erinnert sei an Schulz, der den damaligen griechischen Finanzminister als “Spaßhansel” diffamiert hat und eisern den rücksichtslosen Kurs des deutschen Austeritätsdiktats stützte:

“Wir werden ganz sicher nicht der griechischen Regierung helfen”
(https://www.youtube.com/watch?v=0RDRh1FcBpk)

Hoffentlich werden nachfolgende Generationen einst weiser mit ihrer Verantwortung gegenüber der Not der Menschen und der Verpflichtung zu einem friedlichen und solidarischen Miteinander umgehen.

Jascha Jaworski

Ein Kommentar

  1. Was kann diesem Bericht, der drastisch zeigt, was neoliberale Christen und Sozialisten so tun und sagen, noch hinzugefügt werden? Nichts! Außer der Frage, welche Partei nun noch für Menschen, die Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit wollen, wählbar ist. Ich habe mich für die Tierschutzpartei entschieden. Tierschutz ist Menschenschutz. Entsprechend ist auch das Programm.

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