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No 372

“Neoliberalismus und Finanzkapitalismus haben Europa in eine Identitätskrise geführt. Sie sind unvereinbar mit den Grundwerten >>Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit<<, mit der Bedeutung gemeinschaftlicher Institutionen wie Verbänden oder Sozialstaat und mit der ökonomischen Stärke Europas, die in der Realwirtschaft liegt. Neoliberale >>Grundwerte<< wie Eigennutz und Konkurrenz hingegen bestimmen unser Verhalten im Alltag, entfremden uns von uns selbst und von unseren Mitmenschen: Die Sehnsucht nach >>Ganzheit<< auf individueller und sozialer Ebene ist blockiert, wenn das Bedürfnis der Menschen nach Anteilnahme und Solidarität unterdrückt wird. […]
Ob die Abwehrmechanismen stärker sind oder der Mut wächst, aus dem eigenen Denksystem – wenigstens >>probeweise<< – auszusteigen und es >>von außen<< zu betrachten, muss jeder selbst entscheiden. Doch nur wenn es gelingt, das aufklärende, anteilnehmende und problemorientierte Denken zu fördern, wird es möglich sein, den Weg zur Prosperität zu finden und zu gehen.”1

(Stephan Schulmeister, österreichischer Ökonom – Der Weg zur Prosperität, 2018)

  1. Anm.: Ich erspare es den Leserinnen und Lesern, Schulmeister erneut als großen Empiriker und kritischen Denker zu loben und empfehle lieber, sein neu erschienenes Buch zu lesen, das den sehr großen Analyserahmerahmen für die Krisen unserer Zeit eröffnet, “Den Neoliberalen in allen Parteien, in den Medien und in der Wissenschaft” gewidmet ist, und seinem Titel tatsächlich gerecht werden dürfte.” []

Jascha Jaworski

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