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No 405

“Zwischen dem 30. März 2018 und dem 22. März 2019 wurden 195 Palästinenser, darunter etwa 40 Kinder, von israelischen Sicherheitskräften bei den Demonstrationen im Rahmen des >>Großen Marschs der Rückkehr<< getötet, hauptsächlich während der wöchentlichen Proteste in der Nähe des Grenzzaunes. Nahezu 29000 Palästinenser wurden in diesem Zusammenhang verletzt, darunter über 7000 durch scharfe Munition. Drei eindeutig gekennzeichnete medizinische Kräfte, die die Verwundeten während der Demonstrationen versorgten, wurden getötet und über 630 andere wurden verletzt. Die große Zahl von Opfern unter unbewaffneten palästinensischen Demonstranten, einschließlich eines hohen Prozentsatzes an Demonstranten, die durch scharfe Munition verletzt wurden, ruft Besorgnis über den übermäßigen Einsatz von Gewalt durch israelische Sicherheitskräfte hervor. Als Ergebnis der Demonstrationen wurde ein Mitglied der israelischen Sicherheitskräfte getötet und sechs weitere verletzt.
Der massive Zustrom von Opfern hat das ohnehin fragile Gesundheitssystem im Gazastreifen überfordert und die Leistungsfähigkeit und Qualität der Gesundheitsversorgung beeinträchtigt. Viele erlitten durch Gewehrverletzungen umfangreiche Knochen- und Gewebeschäden, die komplexe Operationen und möglicherweise eine Langzeitpflege erforderlich machen. Es wurden mehr als 120 Extremitätenamputationen durchgeführt. Trauma-Verletzungen und Gewaltanwendung haben den Bedarf an Rehabilitationsleistungen für die körperliche und psychische Gesundheit erhöht. Diese Entwicklungen haben die bereits bestehenden Herausforderungen für die Gesundheitsversorgung in Gaza verschärft, zu denen dauerhafte Stromausfälle, Mangel an entscheidenden Dienstleistungen, einschließlich psychischer Gesundheit und psychosozialer Unterstützung, und Mangel an unentbehrlichen Medikamenten und Versorgungsmaterialien gehören.
Die Demonstrationen des >>Großen Marschs der Rückkehr<< finden vor dem Hintergrund einer beispiellosen humanitären Krise des Gazastreifens statt, die die Lebensgrundlagen und den Zugang zu lebensnotwendigen Dienstleistungen von zwei Millionen Einwohnern beeinträchtigen, von denen 70 Prozent palästinensische Flüchtlinge sind. Diese Krise wurde durch eine mehr als elf Jahre andauernde israelische Blockade und eine ungelöste innere palästinensische Teilung hervorgerufen. Infolgedessen ist über die Hälfte der Bevölkerung arbeitslos und die meisten Familien haben Schwierigkeiten, ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen.”1

(UN-Nothilfekoordinator für das besetzte palästinensische Territorium, Humanitarian Coordinator for the occupied Palestinian territory, Mr. Jamie McGoldrick, calls for action to prevent further loss of life and injury in the Gaza Strip, 29.3.2019, Übers. Maskenfall)

  1. Anm. JJ: Siehe dazu auch: “Humanitarian snapshot: casualties in the Gaza strip | 30 Mar 2018 – 22 Mar 2019” []

Jascha Jaworski

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