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No 473

“SOEP-P erlaubt es zusammen mit dem regulären SOEP und öffentlich zugänglichen Reichenlisteninfo erstmals, die komplette Vermögensverteilung der Bevölkerung in Deutschland zu beschreiben. Bisher war das nur möglich, indem Annahmen über die Verteilung der Vermögen in der Datenlücke getroffen wurden, die mit einer entsprechenden Unsicherheit verbunden waren. […]
Im regulären SOEP verfügen die oberen zehn Prozent über knapp 59 Prozent des Gesamtvermögens, die oberen fünf Prozent halten etwa 44 Prozent, das vermögendste eine Prozent der Bevölkerung etwa 22 Prozent und die Top-0,1-Prozent noch etwa sieben Prozent. Nach Integration von SOEP-P steigt die gemessene Vermögenskonzentration deutlich auf rund 64 Prozent (oberstes Zehntel der Verteilung), 51 Prozent (oberste fünf Prozent), 29 Prozent (oberstes eine Prozent) beziehungsweise knapp 13 Prozent (oberste 0,1 Prozent). Ein weiterer Zuwachs der gemessenen Vermögenskonzentration ist nach der Berücksichtigung der Fälle aus der Reichenliste des Manager Magazins zu verzeichnen. Dann liegen die Werte bei rund 67, 55, 35 beziehungsweise 20 Prozent. Anders formuliert besitzen hiernach die unteren 90 Prozent nur rund ein Drittel des gesamten individuellen Nettovermögens (im regulären SOEP alleine waren es bisher immerhin noch 40 Prozent).”1

(Schröder, Bartels, Göbler, Grabka & König – MillionärInnen unter dem Mikroskop: Datenlücke bei sehr hohen Vermögen geschlossen – Konzentration höher als bisher ausgewiesen, DIW Wochenbericht 29 / 2020, Juli 2020)

  1. 90 Prozent der Bevölkerung besitzen weniger als das obere eine Prozent. Wie praktisch, wenn die Bevölkerung trotz Eigentumsverhältnissen wie im Feudalwesen immer noch der Auffassung ist, der Übertrag von ökonomischer Macht auf politische Macht ließe sich mit einer lebendigen Demokratie verbinden. Und wie praktisch: Seit Fratzscher die DIW-Führung übernommen hat, lauten die Empfehlungen des DIW auch nicht mehr auf Vermögenssteuer, sondern Förderung des “Vermögensaufbaus” bei den Habenichtsen. Das ist wesentlich verträglicher für das obere Prozent. Am Ende können sie dann vielleicht sogar noch Extrarendite machen, indem sie mit dem (staatlich geförderten) Geld von Lieschen Müller “hebeln”. []

Jascha Jaworski

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