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No 499

“>>Die Kultusminister müssen dringend ein Programm für mehr Chancengleichheit auflegen. Dazu gehören mehr Investitionen in Schulgebäude, mehr und besser ausgebildete Fachkräfte in Schulen und Kitas, gute Ganztagsschulen, besserer digitaler Unterricht und eine bundesweite Finanzierung der Schulen nach einem Schulsozialindex. Dabei bekommen Schulen in schwierigen sozialen Lagen mehr Gelder. In Schulen mit großen sozialen Herausforderungen können so die Klassen verkleinert und sozialpädagogische Ressourcen für die Förderbedarfe von Schülerinnen und Schülern mit Lern- und Entwicklungsproblemen erhöht werden. […]<<
Zahlen zur sozialen Schieflage im Bildungswesen schon vor der Corona-Krise

  • Schon die PISA-Studien zeigen, dass Akademikerkinder beim Übergang von der Grundschule selbst bei gleicher Leistung eine 3,5-mal höhere Chance haben, auf das Gymnasium zu kommen, als Kinder aus Arbeiterfamilien / Nichtakademikerfamilien.
  • Die Zahl der jungen Menschen ohne Schulabschluss steigt seit 2014 wieder; von damals 5,8 Prozent auf 6,8 Prozent in 2019.
  • Um den Lehrkräftemangel zu beheben, setzen immer mehr Bundesländer auf Quer- und Seiteneinsteiger/innen, die vor allem an so genannten >>Brennpunktschulen<< zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zu Schulen in besseren sozialen Lagen (5 %) finden sich an Schulen in schlechten Lagen fast doppelt so viele Quer- und Seiteneinsteiger/innen (über 10 %).
  • Mehr als 1,3 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren haben keine abgeschlossene Ausbildung. Sie befinden sich auch nicht in einer Ausbildung, einem Studium, einem Freiwilligendienst oder einer sonstigen Bildungsmaßnahme. Ein Leben in prekärer Beschäftigung oder Arbeitslosigkeit ist für sie oft vorgezeichnet.
  • Jeder dritte Jugendliche mit Hauptschulabschluss erreicht nie einen Berufsabschluss.
  • 79 Prozent der Kinder aus Akademikerfamilien studieren. Bei Kindern aus Familien ohne akademischen Hintergrund sind es nur 27 Prozent.”

(Elke Hannack, Stellvertretende Vorsitzende des DGB – >>Die soziale Spaltung ist die offene Wunde unseres Bildungssystems<<, DGB, 14.1.2021)

 

Jascha Jaworski

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