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No 741

“- Laut den fortlaufenden Beobachtungen und Dokumentationen von B’Tselem starben von Beginn des Krieges im Oktober 2023 bis Anfang Januar 2026 84 palästinensische Gefangene und Inhaftierte (darunter ein Minderjähriger), deren Identität bekannt ist, in israelischen Gefängnissen oder Hafteinrichtungen. Menschenrechtsorganisationen und andere Medien berichten von einer noch höheren Zahl – mindestens 94 Todesfällen, darunter auch einige, deren Identität unbekannt ist. Bis August 2025 starben mindestens sechs Palästinenser während Verhören durch den israelischen Inlandsgeheimdienst Schin Bet. Aussagen freigelassener Gefangener deuten auf ein gravierendes Muster sexueller Gewalt in Hafteinrichtungen und Gefängnissen hin, das von Androhungen sexueller Übergriffe über erzwungenes Entkleiden bis hin zu tatsächlichen sexuellen Übergriffen reicht. Dazu gehören Schläge auf die Genitalien, die schwere Verletzungen verursachten, das Hetzen von Hunden auf Gefangene und erzwungene anale Penetration mit verschiedenen Gegenständen.
– Inhaftierte und Gefangene sind weiterhin häufiger, institutionalisierter, organisierter Gewalt und Misshandlung ausgesetzt, darunter Elektroschocks, der Einsatz von Tränengas und Blendgranaten, Verbrennungen durch Ausdrücken von Zigaretten auf ihren Körpern oder das Übergießen mit kochenden Flüssigkeiten, das Abfeuern von gummiummantelten Metallgeschossen, Schläge mit Schlagstöcken und das Hetzen von Hunden auf sie.
– Die Lebensbedingungen für Gefangene und Inhaftierte sind weiterhin unmenschlich. Dazu gehören extreme Überbelegung, langes Fesseln und die Verweigerung jeglichen Kontakts zur Außenwelt sowie gezieltes Aushungern, minderwertige Nahrung und die Verweigerung grundlegender Hygiene wie Duschen, saubere Kleidung und sauberes Trinkwasser.
Die Bedingungen im Rakefet-Flügel des vollständig unterirdischen Gefängnisses Ayalon (Ramla) sind besonders hart.
– Die Verweigerung medizinischer Versorgung dient weiterhin als Foltermethode und führt zu irreversiblen Schäden, die von Amputationen bis hin zu Hör- und Sehverlust und sogar Todesfällen reichen. Die Hautkrankheit Krätze ist besonders weit verbreitet, da sie nicht ausreichend behandelt wird und sich in den Einrichtungen weiter ausbreitet.”1

(B’Tselem, israelische Menschenrechtsorganisation – Living Hell – The Israeli Prison System as a Network of Torture Camps, Website von B’Tselem, Januar 2026, Übers. Maskenfall)

  1. Anm JJ: Ein winziger Video-Einblick darin ist z.B. diesem Tweet von B’Tselem zu entnehmen. Die Bundesregierung veröffentlicht hingegen Statements, wie “Deutschland steht in tiefer Freundschaft an der Seite Israels”, verbreitet die Falschinformation, dass sich der Waffenstillstand in Gaza stabilisiere und liefert weiterhin Waffen an einen Staat, der einen Völkermord begeht. Dies alles ist mit Worten gar nicht mehr gescheit abzubilden. Es bräuchte die zivilgesellschaftliche Empörung, millionenfachen Protest jener Menschen, denen die Menschenrechte und Menschenwürde nicht egal sind. []

Jascha Jaworski

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