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Remember, remember the 25th of September – Nachtrag Proteste in Spanien

Um das Ausmaß der Repressionen und Gewalt gegen die spanischen Demonstrant_inn_en am 25. September (bzw. 26.) vernünftig wahrzunehmen, sind noch einige Videos hilfreich. Eine Journalistin berichtet und kommentiert aus erster Hand von den Protesten gegen die menschenverachtende Spardoktrin:


Polizei teilt am Rande des Geschehens kräftig Schläge aus:

Zivilpolizisten als Provokateure? Aufgegriffener “Demonstrant” gibt sich als Polizeikollege (“companero”) zu erkennen, anschließend wird von ihm abgelassen.

Videoüberblick vom 25.9.2012 ohne Kommentar:


Nachtrag Jascha:

Wir sollten uns immer wieder vor Augen halten, dass Menschen hier gegen ein brutales Verelendungsprogramm protestieren und dafür von der Polizei mit massiver Repression überzogen werden, dass sich dies mitten in Europa ereignet und gegen die Mehrheitsgesellschaft gerichtet ist. Bei einer Jugendarbeitslosigkeit von über 50% wird eine ganze Generation Preis gegeben, um Kürzungspläne im Sinne der Regierung Rajoy unter Drängen der Regierung Merkel und der Troika zu verwirklichen. Die Maßnahmen zerstören lediglich die Wirtschaft des Landes, da man eine ganze Bevölkerung eben nicht so verdrehen kann, wie man sie als gesamtwirtschaftlichen Akteur gerne hätte. Die Schädlichkeit der angewandten Ideologie und ihre Vorherrschaft besonders auch in Deutschland sollten wir dabei bedenken. So sehr sich viele von Wirtschaftthemen gelangweilt abwenden mögen, gerade dieser Umstand ist ein zentraler Herrschaftsmechanismus, da Bevölkerungsgruppen und auch unterschiedliche Bevölkerungen so gegeneinander ausgespielt werden können und sei es mit dem Knock-out-Argument der Arbeitsplatzgefährdung. Besonders in unseren ökonomistischen Zeiten liefert am Ende stets die Mainstreamwirtschaftslehre das Pseudoargument und stiftet damit die allzu trübe Welt, die die Bevölkerung als einzig mögliche Realität anzusehen hat.

P.S.: Wie viele Ereignisse ihre Held_inn_en – nennen wir sie lieber tapfere und beherzte Menschen – hervorbringen, so stach auch eine Person am 25. September öffentlich wahrgenommen heraus: Alberto Casillas, ein spanischer Barbesitzer stellte sich vor die Menschen, die in seine Bar geflüchtet waren und hinderte die Polizei am Eindringen, da er, wie Business Insider berichtet, die Polizeiaktion für übertrieben hielt und Schlimmes für die Menschen in der Bar befürchtete, wäre es zum Eindringen gekommen. Dies wurde ihm dann hinterher von seinen Mitmenschen gedankt.

 

Johannes Stremme

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