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Quellen zur Situation und Interpretation des Kriegs im Gazastreifen

Die am Freitag (1.8.) ausgerufene Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas hätte drei Tage lang währen sollen, bedauerlicherweise tat sie es nur wenige Stunden. Wir verweisen weiterhin auf einige wichtige Informationsquellen um sich einen Eindruck von den Geschehnissen zu machen, der über das durch Staatsräson gezeichnete Bild der Mainstreammedien hinausgeht.

Hier die Berichterstattung von Democracy Now! vom 1.8. (für englische Untertitel “CC” in der Abspielleiste rechts unten betätigen, während das Video läuft):


(Quelle: Democracy Now!, “As Gaza Ceasefire Collapses, Israel Kills Dozens Following Soldier’s Capture in Rafah”, 1.8.)

Zur aktuellen humanitären Situation im Gazastreifen siehe erneut einen Bericht des UN-Nothilfekoordinators:

“Occupied Palestinian Territory: Gaza Emergency Situation Report” (Stand bis zum 1.8.)

Auch diejenigen, die meinen, dass eine Solidarität mit Israel darin bestünde, dass man die offenkundige Unverhältnismäßigkeit im Vorgehen des israelischen Militärs und der politisch Verantwortlichen – gemäß jüngsten Angaben des UN-Nothilfekoordinators sind über 64% der getöteten palästinensischen Menschen Zivilisten – vor massiver Kritik und Sanktionen abschirmen müsse, sollten doch darum bemüht sein, sich nicht gänzlich in ihrer Urteilsbildung der gewohnten Kriegspropaganda auszuliefern. Wenn Menschenrechte gebrochen werden, wenn Völkerrecht missachtet wird, wenn israelisches Militär mit dem Dauerverweis auf Raketenbeschüsse der Hamas in seinen faktischen Auswirkungen einen Krieg nicht nur gegen die Hamas, sondern ebenso die palästinensischen Menschen führt, wenn eine Bevölkerung seit Jahren in einem kleinen Landstrich eingesperrt wird und auch jetzt, da die Bomben selbst auf UN-Notunterkünfte geworfen werden, keine Fluchtmöglichkeiten hat, wenn das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte israelische Kriegsverbrechen anmahnt, dann können diese Fakten nur dann weggeschoben oder unbeachtet bleiben, wenn man sich der ideologischen Verblendung hingeben möchte. Das aber schafft einen Zustand, der keinesfalls Frieden bringen kann und es schürt mit seinen Widersprüchlichkeiten den Hass auf allen Seiten, blockiert den Verstehensprozess und bietet darüber hinaus eine bedauerliche Angriffsfläche für antisemitische Menschenverachter. Vernunft und Menschlichkeit können sich nur dann durchsetzen, wenn man bereit ist, eine ehrliche Auseinandersetzung über die Faktenlage zu führen, dies gelingt allerdings nur, wenn man berücksichtigt, wie Medien- und Propagandastrukturen Fakten filtern, verdrehen und mit bestimmten Frames versehen.

Obwohl die meisten Opfer durch die israelischen Kriegseinsätze Zivilisten sind, liefern die USA aktuell scheinbar bedingungslosen Munitionsnachschub, wenngleich gewiss ist, dass dadurch neben Hamas-Kämpfern viele unschuldige Menschen im Gazastreifen sterben werden. Hierzu ein Aufruf von Amnesty International vom 31.7.:

“USA: Stop arms transfers to Israel amid growing evidence of war crimes in Gaza”

Wichtig, um zu einem angemessenen Bild über Recht/Unrecht, Verantwortlichkeiten, Falschdarstellungen und Hintergrundinteressen gelangen zu können, ist wie immer die Historie (von der manche offenbar einige Jahrzehnte unterschlagen wollen). Democracy Now! hatte u.a. dazu mit Henry Siegman, dem ehemaligen Direktor des Amerikanisch-Jüdischen Kongresses ein Interview geführt (Teil 1):

(Quelle: Democracy Now! “Henry Siegman, Leading Voice of U.S. Jewry, on Gaza: >>A Slaughter of Innocents<<“, Sendung vom 30.8.)

Für Teil 2 siehe hier: “U.S. Jewish Leader Henry Siegman to Israel: Stop Killing Palestinians and End the Occupation”

Jascha Jaworski

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