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No 172

“Nachrichterschaffende sind dafür empfänglich, bürokratische Berichte als Fakten zu betrachten, da das Nachrichtenpersonal daran Teil nimmt, eine normative Ordnung von autorisierten Wissenden aufrechtzuerhalten. Reporter arbeiten mit der Einstellung, dass Amtspersonen das wissen sollten, von dem es ihr Job ist, es zu wissen. […] Im Besonderen wird ein Nachrichtenschaffender die Wissensbehauptung von Amtsträgern nicht einfach als eine Behauptung behandeln, sondern als ein zuverlässiges, qualifiziertes Stück Wissen. Dies kommt einer moralischen Arbeitsteilung gleich: Amtsträger geben die Fakten; Reporter erhalten sie bloß.”1

(Mark Fishman, US-amerikanischer Soziologe – Manufacturing the News, Übers. Maskenfall)

  1. Original: “Newsworkers are predisposed to treat bureaucratic accounts as factual because newspersonnel participate in upholding a normative order of authorized knowers in the society. Reporters operate with the attitude that officials ought to know what it is their job to know. […] In particular, a newsworker will recognize an official’s claim to knowledge not merely as a claim, but as a credible, competent piece of knowledge. This amounts to a moral division of labor: officials have and give the facts; reporters merely get them. []

Johannes Stremme

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