Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken
1

No 187

Wandel liegt in der Luft in Griechenland. Wandel liegt in der Luft in Südeuropa. […] Die Wahlen zu gewinnen ist weit davon entfernt, die Macht zu erlangen. Das ist der Grund, weshalb wir all jene, die sich dem Wandel und der Anständigkeit verpflichtet fühlen, für unsere gemeinsame Aufgabe zusammenbringen müssen, die in nichts Weiterem besteht, als die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte in ein Handbuch des Regierens umzusetzen.1

(Pablo Iglesias Turrión, Generalsekretär der spanischen Partei Podemos – Rede auf der Versammlung von SYRIZA am 22.1.2015, Übers. der ins Englische übertragenen Rede auf counterpunch.org)

  1. englische Grundlage: “Change is in the air in Greece. Change is in the air in Southern Europe. […] Winning the elections is far from winning power. That’s why we must bring everyone who is committed to change and decency together around our shared task, which is nothing more than turning the Universal Declaration of Human Rights into a manual for government.” []

Jascha Jaworski

Ein Kommentar

  1. Pablo Iglesias Rede versteht es, auf unterschiedliche Empfindungs- und Bedürfnislagen durch die Verwendung von Symbolen einzugehen. Er betont den Demokratiegedanken, nimmt Bezug auf Griechenlands Widerstand gegen die damalige Nazi-Besatzungsmacht, stellt für diejenigen, die sich durch die propagierte Radikalität in Bezug auf die neuen linken Parteien schrecken lassen, heraus, wie ihr Programm nicht über die Sozialdemokratie der 70er und 80er Jahre hinausgeht, wirkt durch die Bezugnahme auf Militär und Polizei jenen Befürchtungen entgegen, die aufgrund der Untergangsrhetorik durch die Regierungsparteien geweckt werden könnten (man erinnere sich, dass in Spanien und Griechenland auf einen Bürgerkrieg die Diktatur folgte). Er eröffnet mit dem Gedanken der Würde, bezieht sich im Verlauf der Rede positiv auf Patriotismus, überführt diesen im Weiteren dann jedoch in den Menschen- und Gleichheitsgedanken (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte). Dabei versäumt er es einerseits nicht, auf die konkreten Lebensumfelder der Menschen einzugehen, andererseits nicht, die Auseinandersetzung als eine internationale zu benennen, die ganz Europa betrifft, wobei er auch Bezug auf die linken Regierungen in Südamerika nimmt.
    Die Rede versteht es also sehr gut, unterschiedlichste Bindungspunkte für unterschiedliche Lager zu setzen und diese dennoch in einer konkreten politischen Agenda zusammenzuführen, für die Aussicht auf Erfolg vermittelt wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.