And the winner is again…EU

Eine Gruppe von 150 Aktivist_innen aus verschiedenen Ländern der EU hatten am 14.März anlässlich des Aktionstages „for a european spring“ für eine kurze Zeit das Gebäude in Brüssel besetzt, in dem sich regelmäßig der EU-Finanzministerrat  (Ecofin-Rat) trifft um die neoliberale Wirtschaftspolitik der EU zu koordinieren. In dem ganzen Tumult haben einige Besetzer_innen die Zeit genutzt eine Zeremonie zur Verleihung des Preises für die beste Kürzungspolitik (le prix de l’austérité) abzuhalten. Dank Marys Übersetzungsarbeit können wir nun das dazugehörige Video mit deutschen Untertiteln präsentieren (leider kein Vollbild möglich).  Viele Aktivist_innen verließen am Ende übrigens mit dem Versprechen der Polizei so einer Ingwahrsamnahme  zu entgehen freiwillig das Gebäude und wurden dann draußen trotzdem eingekesselt und mit Kabelbinder versorgt (siehe Video).

2 Kommentare zu „And the winner is again…EU“

  1. Aus psychologischer Perspektive lässt sich die Angelegenheit auch ganz anders beleuchten: Denken wir an das Milgram-Experiment – unter den Bedingungen eines sozialen Kontextes, der Hierarchien, top-down-Strukturen von Gehorsam, Gefälligkeit, Gewalt, Macht und Ohnmacht beinhaltet, wechselt der Einzelne von der persönlichen Verantwortungsperspektive in die „Werkzeug-Perspektive“, wobei er flugs jede individuelle Verantwortung ablegen kann, wie auch sein emotionales, mitmenschliches empathisches Selbst und Funktionsträger in höherer Verantwortung wird. Für Funktionsträger sind die zwischenmenschlichen Bindungen, die eine Relation sonst bestimmen, mindestens aus/ in professioneller Sicht hinfällig. Es zählen nur noch der Zweck der Unternehmung und deren Durchführung auf möglichst effektive, profitable und rationelle Weise.
    Hinzu kommt, dass je weniger Macht denen unten im System zugebilligt wird, sie um so weniger als „Menschen“ / ihresgleichen von denen wahrgenommen werden, die sie administrieren – sie werden schlicht zu Macht-Objekten. Kollateral-Schäden bei Machtobjekten entbehren jeder Bedeutung.

    Im Umkehrschluss lässt sich nur sagen:
    die Distanz zwischen Regierten und Regierenden ist hierzulande eindeutig zu groß
    die Bedeutung, Macht, Gewalt der Regierten muss vergrößert werden
    Entsprechend die Bedeutung, Macht, Gewalt der Regierenden verringert werden
    die Rolle der Regierten muss anders und machtvoller geschnitten werden mit komplementär geringer gewichtiger Rolle der Regierenden
    so dass ein sinnvolles Kräfte-Feld aufgebaut wird, innerhalb dessen Verhandlungen wichtiger Positionen überhaupt auf Augenhöhe durchführbar werden
    so dass De-Humanisierung der Regierten aufhört, Mitmenschlichkeit Praxis und nicht nur Ideal ist,
    so dass Gleichheit nicht nur auf dem Papier steht, sondern gelebt werden kann – wohlgemerkt GLOBAL
    und Hegemone von ihren Piedestals geholt werden, seien sie politisch oder ökonomisch „legitimiert“

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