Regierung: Keine Prozesskostenhilfe für Hartz4-Opfer mehr – Freibrief zur Sanktionswillkür

Die Merkel-Regierung entfernt sich noch weiter vom Auftrag des Grundgesetzes. Die Kosten für die Prozesskostenhilfe und -beratung sind der besten Regierung der Welt wohl ein Dorn im Auge, so soll nach ihrem Gesetzesentwurf bei einem „geringen“ Streitwert keine Prozesskostenhilfe mehr angeboten werden. Für die Mitglieder der Regierung mögen mehrere zehn oder hundert Euro vernachlässigbar sein für einen Mitmenschen, der vom Hartz4-Satz leben muss und auch noch Opfer einer gesundheitsgefährdenden sanktionsbedingten Kürzung geworden ist, ist so ein Betrag sehr bedeutsam.

Es ist empörend, wie dieses Land mittlerweile mit hilfsbedürftigen Mitmenschen umgeht: Von der Extragroßen Koalition (Rot-Grün-Schwarz-Gelb) wurde das Existenzminimum stark gesenkt, so dass der Betrag überhaupt erst als gering zu bezeichnen ist, und das Arbeitslosen- und Sozialhilfesystem durch ein sanktionierendes Arbeitserziehungssystem ersetzt, gegen dessen Willkür  man sich nur mit subventionierten Klagen wehren kann. Die Menge der von den Arbeitsagenturen verursachten Klagen wird den Staatsorganen nun zu viel und anstatt Fehlsanktionen (fast 60% für 2010/2011)  einzudämmen, verhindern man einfach das überhaupt Klagen bei den Sozialgerichten angekommen.

Extragroße Koalition beschließt Fiskalvertrag

Gegen die Stimmen der gesamten LINKEN und einigen Abweichlern hat die Extragroße Koalition  (im Folgenden EGK genannt) aus SPD, CDU/CSU; FDP und GRÜNE den Fiskalvertrag mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit (488 Ja-Stimmen zu 110 Nein-Stimmen und 6 Enthaltungen) im Bundestag beschlossen. Nach Agenda 2010, Riester-Rente und aller getragener Privatisierungs-/Deregulierungsorgien  ist dies ein weiterer neoliberaler Meilenstein auf dem Weg zur Vernichtung von allgemeinem Wohlstand.

Die im Fiskalvertrag geregelten gigantischen Spar- und Schuldenabbauzwänge bewirken eine Zunahme von Ungleichheit und höchst prekäre Verhältnisse in Deutschland und Europa. Des Weiteren wird durch das „Outsourcing“ der Kürzungstätigkeit auf unangreifbare europäische Exekutivgremien die Demokratie stark geschädigt. Man möge sich an das Verhalten der Mutterkonzerne von Paketdiensten wie Hermes, GLS, etc erinnern, die sich regelmäßig von der Verantwortung gegenüber den unhaltbaren Arbeitsbedingungen ihrer Fahrer freimachen, indem sie darauf hinweisen, die Fahrer würden von Subunternehmern beschäftigt. In Zukunft können Politiker dann auf Mitleid gegenüber ihrer Machtlosigkeit hoffen oder gar mit der nationalistischen Keule auf Brüssel oder „unfähige Europäer“ einschlagen.

Gregor Gysi stellt Frau Merkel nüchtern Fragen zu dem irrsinnigen und unverständlichen Konzept der EGK zur Krisenbekämpfung, insbesondere zur Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz und über den geplanten Kürzungsbereich (Wo kann/soll eigentlich gespart werden?)

Frau Wagenknecht klärt auf und entlarvt die EGK. (Versinket vor Scham  im Boden, liebe Abgeordnete)

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Maskenfall Flyer

Obwohl wir mit Hilfe von Freunden (unter anderem von Occupy Kiel) bereits ca. 1000 Flyer in Kiel verteilt haben, gab es diese immer noch nicht zum Runterladen. Dies hat sich jetzt endlich geändert. Einfach oben auf den Link „Flyer“ oder hier klicken und Spaß haben ;)