No 10

„Man stelle sich nun einmal vor, die Normalbürger wüssten Bescheid über die Fakten und Hintergründe von Armut und Reichtum, Weltwirtschaftsordnung, Konzernpolitik in der Dritten Welt, wirtschaftlichen Verflechtungen und Korruption – ganz zu schweigen von den ökonomischen, politischen und philosophischen Theorien und ihren Folgen. Wäre unter diesen Umständen eine mit beeinflussbaren Stümpern durchsetzte politische Klasse überhaupt vorstellbar?“

(Thomas Wieczorek, Journalist und Parteienforscher – Die verblödete Republik, 2009)

No 9

„Zu den echten persönlichen Vorzügen, dem großen Geiste, oder großen Herzen, verhalten sich alle Vorzüge des Ranges, der Geburt, selbst der königlichen, des Reichtums und dergleichen wie die Theater-Könige zu den wirklichen.“

(Arthur Schopenhauer – Aphorismen zur Lebensweisheit)

No 8

„Hunger, Seuchen, Durst und andere armutsbedingte Lokalkonflikte zerstören jedes Jahr fast genauso viele Männer, Frauen und Kinder wie der Zweite Weltkrieg in sechs Jahren. Für die Menschen der Dritten Welt ist der Dritte Weltkrieg unzweifelhaft in vollem Gang.“

(Jean Ziegler, ehem. UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung – Die neuen Herrscher der Welt, 2003)

No 7

„Warum dürft ihr reisen und wir nicht? … Wir atmen dieselbe Luft. Wir trinken beide Wasser und müssen beide essen. Warum haben wir nicht dieselben Rechte wie ihr?“

(Aktivistin des transnationalen Netzwerks  Afrique-Europe-Interact an der EU-Abschiebungsgrenze Mauretanien-Mali – Magazin für Menschenrechte #23, 02/2011)

No 6

„Du kannst die Leute nicht motivieren wenn sie nicht das Gefühl haben unmittelbar selbst davon betroffen zu sein! Und damit arbeitet unsere Politik: Sie macht glaubend, dass man selbst ja nicht dazugehört und betroffen ist, und selbst wenn einer dann mal z.B. keine Arbeit hat und im Schuldensumpf steckt, selbst dann fühlt man sich nicht betroffen, sondern schämt sich eher und kommt erst gar nicht auf die Idee dagegen anzukämpfen.“

(Hans Söllner, Liedermacher – Big Up! Magazin, April 2006)

No 4

“I wish someone would give me one shred of neutral evidence that financial innovation has led to economic growth — one shred of evidence”

(Paul Volcker – zitiert nach The Sunday Times, 9. Dez. 2009)

No 3

„Wer der Natur folgt und nicht leeren Meinungen, der ist in allen Stücken unabhängig; gemessen an dem, was der Natur genügt, ist jeder Besitz Reichtum, wenn aber das Verlangen keine Grenzen kennt, ist selbst der größte Reichtum Armut.“

(Fragment aus Schriften und Briefen Epikurs)

No 2

„When the accumulation of wealth is no longer of high social importance, there will be great changes in the code of morals. We shall be able to rid ourselves of many of the pseudo-moral principles which have hag-ridden us for two hundred years, by which we have exalted some of the most distasteful of human qualities into the position of the highest virtues. We shall be able to afford to dare to assess the money-motive at its true value. The love of money as a possession — as distinguished from the love of money as a means to the enjoyments and realities of life — will be recognised for what it is, a somewhat disgusting morbidity, one of those semi-criminal, semi-pathological propensities which one hands over with a shudder to the specialists in mental disease […]“

(John Maynard Keynes – Essays in Persuasion, 1931)

No 1

„Im allgemeinen freilich haben die Weisen aller Zeiten immer dasselbe gesagt, und die Toren, das heißt die unermessliche Majorität aller Zeiten, haben immer dasselbe, nämlich das Gegenteil, getan: und so wird es denn auch ferner bleiben.“

(Arthur Schopenhauer – Aphorismen zur Lebensweisheit)