Christoph Butterwegge stellt den sich selbst verstärkenden Zusammenhang zwischen steigender Armut, mangelnder politischer Repräsentation und zurückgehender Wahlbeteiligung bei den benachteiligten Gesellschaftsgruppen dar, und zeigt auf, wie dies die Demokratie fortschreitend aushöhlt:
Butterwegge ausgerechnet im focus? Aber auch inhaltlich überzeugt mich die Argumentation nicht (mehr).
Ich zitiere in diesem Zusammenhang gern den Mannheimer Soziologie-Prof. Schwöbel: „Hunderttausende sagen: Einer kann ja doch nichts machen“.
Mangelnde Einsicht in politische Zusammenhänge qualifiziert auch nicht gerade zur vollen Nutzung der Bürgerrechte. Ein Mindestmaß an Selbstverantwortung muss man von einem Staatsbürger doch erwarten können.
Das Wahlrecht wird jedenfalls nicht verwehrt – im Gegensatz z. B. zu den USA der 50er Jahre.
Dass die „Reichen“ die Medien beherrschen, ist mir durchaus klar. Aber die eigene soziale Lage (Jobcenter, prekärer Job, Leiharbeiter oder Scheinselbständiger) kann jeder erkennen. Und wer dann ein paarmal Nachrichten gesehen hat, weiß auch, welche Partei da eher und welche gar nicht in Frage kommt.
Wenn dann der Gang zum Wahllokal schon zu viel ist, dann fällt mir nichts mehr ein.