Friederike Spiecker, eine vertraute Volkswirtin von Heiner Flassbeck, hat 2011 zum Thema Eurokrise ein leidenschaftlicher Vortrag vor der SPÖ in Linz gehalten. Der zum Teil recht appellative Charakter ihres Vortrages ist mitreißend, dass sich in Deutschland bis heute an den Einstellungen der politischen Eliten und Medien nichts geändert hat ist erschreckend (kein Tag ohne das Wort Staatsschuldenkrise). Die Folien des Vortrags sind nicht alle im Video zu sehen und sind deshalb als Ergänzung wichtig.
Die Nachhaltigkeit mit der weiterhin völlig falsche Krisenanalysen präsentiert werden muss auch damit zu tun haben das Stimmen, wie die von Frau Spiecker, einfach nicht gehört werden. Dabei bewegt sich das Führungspersonal von Rot/Grün nicht wie von dem selben behauptet wirtschaftspolitisch nach links, sondern nach rechts: Von faktenstarken Institutionen wie attac, dem paritätischen Wohlfahrtsverband oder der Linkspartei werden offenbar nur rot-grüne Sonntagsreden zu Armut und Solidarität mit Südeuropa erzwungen, während gleichzeitig das Führungspersonal aus Agenda 2010-Befürwortern wie Steinbrück, Göring-Eckhard und Trittin rekrutiert wird oder sich die Grünen von Enthaltung zur Schuldenbremse (Einfügung ins Grundgesetz durch große Koalition) zu Befürwortern des viel schlimmeren Fiskalpaktes mit eurapaweitem Staatsschuldenabbauzwang mausern. Sie glauben dabei zur Bewältigung einer Krise beizutragen, die garnichts mit Staatschulden zu tun hat und erkennen bis heute nicht, dass ihre Politik nicht einfach ein paar Fehler enthielt sondern fundamental falsch war und als Auslöser der Eurokrise anzusehen ist.