Georg Seeßlen beschreibt den Merkelismus in seinen Methoden zur Entfaltung eines postdemokratischen Herrschaftssystem:
Frau Merkel ist wahrlich eine beeindruckende Organisatorin der neoliberalen Verhältnisse unter deutscher Vormachtstellung in Europa. Während sie der eigenen Bevölkerung mit Wettbewerbsmythen eine Welt des Verzichts zur einzig denkbaren Realität werden lässt, in der Altersarmut, Niedriglohn und Sozialkürzung als Naturgesetz erscheinen und die Gegenseite der Medaille, die explodierende Privatvermögenskonzentration hinter dem massenmedialen Verblödungsparavon versteckt wird, indem sie also zur bloßen Sachverwalterin des zunehmenden Elends wird, ist sie eine Gestalterin mit falscher Bescheidenheit, was die restliche EU betrifft. Hier wird durch Lohnkürzung und Arbeitsprekarisierung das Wirtschaftsgebilde in den dauerhaften Außenhandelsüberschuss gedrückt, damit die Konzerne so auf wirtschaftlichen Eroberungsfeldzug gehen können, wenn andere Länder zunehmend niederkonkurriert wurden und so nach Auslandsinvestitionen rufen, Zitat aus dem Strategiepapier „Europa 2020“ der Europäischen Kommission:
„Wir müssen erkennen: ein >>Weiter so wie bisher<< würde uns in der neuen Weltordnung schrittweise in die Zweitrangigkeit zurückfallen lassen. Jetzt schlägt die Stunde der Wahrheit für Europa. Jetzt ist die Zeit für entschlossenes und ambitioniertes Handeln.“
Flankiert wird der desaströse Expansionskurs von der zunehmenden Verselbstverständlichung deutscher Soldaten im Ausland, um eben Handelsinteressen zu wahren. (Bei zugleich sinkender Lohn- und Sozialquote kann man hier natürlich von nichts anderem als Kapitalinteressen sprechen). Auf der letzten folgender Folien können sich Interessierte noch einmal ein rasches Bild davon machen, was das Ziel ist. Man übertrage einfach die Entwicklungen auf der rechten Seite auf jene der linken: Löhne und somit Beteiligung der Bevölkerungsmehrheiten an dem von ihr erwirtschafteten Ergebnis senken und zugleich Existenzangst erzeugen; Staatseinnahmen schwächen, um mehr Druck für Reformen aufzubauen und dann die Krönung: der explodierende Leistungsbilanzüberschuss als Unterwerfungsinstrument.
Wer stellt sich dem entgegen?