Heiner Flassbeck zeigt auf, weshalb die wirtschaftliche Situation in Südeuropa sich nicht verbessern kann

Heiner Flassbeck geht auf die Multiplikatorkontroverse zwischen IWF und EU-Kommission ein und zeigt auf, weshalb die negativen Effekte der Kürzungen auf die wirtschaftliche Gesamtsituation in den betroffenen Ländern noch stärker sind, als dies vom IWF bisher angenommen wird:

„Der Multiplikatorstreit zeigt vor allem eines: Die Dynamik einer monetären Marktwirtschaft ist weiterhin unverstanden“

Was man an derartigen Auseinandersetzungen als Nicht-Ökonom m. E. n. gut erkennen kann, ist, dass makroökonomische Zusammenhänge nicht nur gern seitens der Herrschaftsinstitutionen ignoriert werden, weil sie nicht in das eigene elitenfördernde Weltbild passen (z.B. da sie die zentrale Relevanz von Nachfrage durch Löhne deutlich werden lassen), sondern, dass es einfach auch an empirischen Beobachtungen fehlt, da Makroökonomie nicht im Labor betrieben werden kann (einzig in der Feldforschung, wie etwa das Beispiel Chile grausam aufzeigt). So wird leider eine Wissenschaft, die auf kaum empirisch überprüften Modellen, dafür jedoch jeder Menge Interessenseinfluss beruht, zum Berater der Politik und zwar gerade in jenen Bereichen, die sich auf die gesamte Gesellschaft in sehr dominanter Weise auswirken. Dabei wäre die Ökonomie in Anbetracht der Magerheit, was feldforschungsbasierte Kausalerkenntnisse anbelangt, zu weit mehr Bescheidenheit aufgerufen, um der Gesellschaft und ihren Repräsentant_inn_en die Entscheidung darüber überlassen zu können, wie sie leben und wirtschaften wollen. Stattdessen aber verdecken Neoklassik und monetaristisches Denken den Horizont der politischen Möglichkeiten.

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