Über Elend und Ausbürgerung durch Hartz IV

Der Blog „Hinter den Schlagzeilen“ geht der Bedeutung des Wortes Elend nach und zeigt auf, wie dieser Begriff die Situation im Hartz IV-System treffend beschreibt:

„Hartz IV: Elend und Ausbürgerung im eigenen Land“

Der Artikel macht deutlich, wie Menschen zugleich in völlig unterschiedlichen Welten leben, obwohl physisch keine Distanz zwischen ihnen liegt. Die bedeutsamste Dimension für Menschen ist schließlich die soziale, die Welt der Beziehungen, die wir zu unseren Mitmenschen eingehen, die aufgebaut ist aus einer Unendlichkeit von Normen, Erwartungen und Bewertungen, die sich als konkrete Ausformungen grundlegender menschlicher Bedürfnisse unter den jeweils gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen darstellen. Hier hat das Hartz IV-System ohne Rücksicht auf Verluste hineingeschlagen und zahlreiche Menschen in diesem Land ihrer Würde beraubt, indem ihnen die Mittel zur Organisation und Befriedigung der sozialen Bedürfnisse weitgehend kaputt gemacht wurden. Auch in diesem Sinne ist Hartz IV als verfassungswidrig anzusehen, eine anti-soziale Schocktherapie, die soziale Welten verwüstet und auf diese Weise Würde verletzt. Mit Hetzkampagnen hat man Stereotype von Faulheit und Leistungsverweigerung bedient, um den Angriff auf die Würde der Menschen (und somit aller Menschen) zu überdecken und so aggressiven Wirtschaftsinteressen der Mächtigen gegen die Bevölkerungsmehrheit einen langfristigen Dienst zu erweisen.

Siehe auch:

„Wer steckt hinter Hartz IV? – Die Ghostwriter der Hartz Kommission“ (Helga Spindler)

 

3 Kommentare zu „Über Elend und Ausbürgerung durch Hartz IV“

  1. Neben der Entwürdigung,Diskriminierung und der Einschränkung an gesellschaftlicher Teilhabe von Menschen,die mit Hartz IV-Sätzen oder ähnlich niedrigen Einkommen leben müssen,kommt noch hinzu, dass sie von allen Parteien (außer der Linken)auch politisch abgeschrieben werden.
    Viele der durch das Hartz IV-System ausgegrenzten Menschen reagieren auf ihre soziale und ökonomische Situation verständlicherweise mit Ohnmachtsgefühlen, Resiganation und Gleigültigkeit gegenüber einem politischen System,dem sie ihre Lebenssituation zu verdanken haben. Daraus resultiert oft ein Desinteresse gegenüber politischen Themen insgesamt und der Verzicht auf Wahlbeteiligung.Nur wenige haben aufgrund ihrer prekären Lebenssituation genug Kraft für den politischen Widerstand gegen diese Verhältnisse.
    Diese Beschreibung ist natürlich grob verallgemeinernd.Ich kenne etliche politisch hoch engagierte Menschen,die sich mit einem Hartz IV Einkommen durch das Leben schlagen müssen. Doch nach sozial-empirischen Untersuchungen trifft diese Einschätzung dennoch für viele Menschen in dieser Einkommens- und Lebenssituation zu.

    Wenn etwa acht Millonen Menschen,die unter prekären sozialen und ökonomischen Verhältnissen leben, weder als Wählerschaft noch als politisches Widerstandspotenzial für die bürgerlichen Parteien und auch für Teile der Gewerkschaften ins Gewicht fallen, können sie aus deren Sicht risikolos politisch abgeschrieben und auf Minimalniveau versorgt werden.
    Diese zynische Sichtweise erbost mich besonders gegenüber der SPD und Teilen der Gewerkschaften, die sich historisch,lang ist es her,den Kampf gegen soziale Verelendung auf die Fahnen geschrieben haben.

    Andreas

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  2. Darf ich eines kurz korrigieren:

    Der Artikel „Hartz IV Elend und Ausbürgerung im eigenen Land“ stammt nicht von Konstantin Wecker – obwohl ich sicher bin, daß Konstantin Wecker diesem Artikel zustimmen wird -, sondern von mir.

    Kein Beinbruch, Euer Versehen! Aber ich denke schon, daß Ihr das korrigieren solltet.

    Das gute Vorwort zum Artikel ist übrigens ebenfalls nicht von Konstantin Wecker. Das hat sein exzellenter Mitarbeiter (und Redakteur der Website „hinter-den-schlagzeilen“) Roland Rottenfußer geschrieben.

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