Die Soziologieprofessorin Saskia Sassen berichtet auf Kontext TV über das, was sie die „Logik der Vertreibung“ nennt und erläutert dieses Konzept u.a. an den Beispielen Eurokrise, US-Gefängnissystem, Landraub, Zwangsräumungen und Gentrifizierung:
„Die Logik der Vertreibung: Finanzkrise, Land Grabbing und Totalüberwachung“
Der Vorteil der heutigen Zeit besteht sicherlich darin, dass sehr viele selbst weltweite Entwicklungen in Zahlen abgebildet werden können, die die ansonsten unsagbare Komplexität gesellschaftlicher Prozesse nicht mehr erfassbar machen würde. Ein Wermutstropfen hierbei ist jedoch, dass Institutionen wie der IWF, die Weltbank, Ministerien etc. im Dienste von Eliteninteressen stehen, die aufgrund ihrer Aufstellung grundlegende Kritik an den Verhältnissen und speziell ihren tatsächlichen Ursachen auf die eine oder andere Weise filtern, bevor sie das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Frau Sassen zeigt einen starken Aspekt dieses Problems auf, indem sie deutlich macht, wie die verheerende Wirkung wirtschaftlicher Regime durch die üblichen Kennzahlen überhaupt nicht zur Geltung kommt, indem nämlich die einseitige Definitionshoheit über die zu betrachtenden Einheiten ermöglicht, dass viele desaströse Entwicklungen einfach im Schattendasein belassen werden.
Klare Gedanken, klare Sprache. Wirklich aufschlussreich. Wäre auch in schriftlicher Form sehr nützlich.