Unsere Mitstreiterin H. B. hat ihre Aufmerksamkeit einmal auf die Landtagswahl in Schleswig-Holstein gelenkt und einige von den Parteien preisgegebene Positionen einem freien Übersetzungs-, bzw. Interpretationsprozess unterworfen, vielleicht mag auch dies in die Wahlentscheidung einfließen.
Autorin H. B.:
Positionen Landtagswahl allgemein
Habe mir das CDU-Parteiprogramm angeguckt und entklausuliert:
„Liebe Wähler,
Wir finden nicht, dass der Besuch einer Kindertagesstätte gebührenfrei sein sollte. Eine Begründung haben wi…r nicht nötig.
Wir achten und stärken die Tarifautonomie, flächendeckende gesetzliche Mindestlöhne lehnen wir ab.
Hartz-IV-Empfängern sollen Leistungen gekürzt werden, wenn sie Jobangebote ablehnen. Eine Begründung haben wir nicht. [Außer, dass wir Menschen gerne hungern sehen. A.d.Ü.]
Das Kernkraftwer Brokdorf soll weiterlaufen. Eine Begründung haben wir nicht.
Ökologische Landwirtschaft wollen wir nicht fördern. Eine Begründung haben wir nicht.
Wir wollen die kommunale Grundversorgung privatisieren. Eine offizielle Begründung haben wir nicht. [Außer Geldgier. A.d.Ü.]
Wir sind gegen dauerhaftes Bleiberecht für Ausländer. Eine Begründung – ihr ahnt es schon- haben wir nicht. [Diese Meinung teilt mit uns niemand außer der NPD, das bringt uns aber nicht zum Nachdenken. A.d.Ü.]
Wir wollen die Landesmittel für Frauenhäuser ausdrücklich nicht aufstocken, ratet, ob wir eine Begründung haben. [Außer, dass wir misogyne A********** sind. A.d.Ü.]
Wir sind gegen ein kostenloses Mittagessen an Ganztagsschulen. [Wie gesagt, wir mögen es, wenn Menschen hungern. A.d.Ü.]
Und wenn wir sagen, wir wollen eine Schuldenbremse, wissen wir auch schon ganz genau, wo wir kürzen. Hrrhrr!
In christlicher Liebe [Menschen hungern lassen ist genau, was Jesus gewollt hätte. A.d.Ü.]
Eure CDU“
Informationsgrundlage:
http://www.wahl-o-mat.de/schleswigholstein2012/
Positionen Landtagswahl zur Hochschulpolitik
Die CDU findet, sie hat den Hochschulen finanziell genug geholfen und wir merken es nur noch nicht, aber der Studentenwerksbeitrag soll erhöht werden, weil wir ja keine Studiengebühren haben. Studierende sollen ausdrücklich in akademischen Gremien nicht stärker vertreten sein, als sie es jetzt sind. Prüfungsorganisation und Leistungsdruck haben sich „schon verbessert“.
Die FDP …sagt, wir brauchen ein durchgreifendes Handlungskonzept, klingen aber irgendwie so, als würden sie die Uni am Liebsten privatisieren. Insgesamt erscheint sie ziemlich meinungslos. Eigentlich hätten sie auch auf alle Fragen antworten können „Wir werden dazu irgendwann mal einen Ausschuss bilden“.
SPD und Grüne wollen mehr studentische Mitbestimmung und Masterplätze für alle. Die SPD will außerdem „mehr Studenten“, wie löblich. Denen gönn ich mal ein paar Stunden in einem überfüllten Hörsaal.
Die LINKE will gerechtere Mittelvergabe, bei der die Geisteswissenschaften weniger benachteiligt werden und einen BaföG-Anspruch, der sich nach Durchschnitts- und nicht nach staatlich festgelegter Regelstudienzeit richtet.
Noch Fragen?
Informationsgrundlage:
http://www.asta.uni-kiel.de/fileadmin/user_upload/asta/Wahlpruefsteine/AStA_Wahlpruefsteine_2012.pdf