Jens Berger analysiert auf den NachDenkSeiten Steinbrücks Rede zur Kanzlerkandidatur und versorgt kritische Denker_innen mit wertvollem Wiedererinnerungsmaterial:
Steinbrücks Nominierungsrede und was dazu zu sagen wäre
Eine gute Gelegenheit, sich ein Bild über Steinbrücks Rede zu machen, ohne selbige dabei für 99 Minuten stillhaltend ertragen zu müssen. Die Kommentare von Herrn Berger wirken wie ein Blutdrucksenker, indem die scheinheiligen Aussagen sogleich ins angemessene Licht gerückt werden und der Gerechtigkeit zumindest expressis verbis Genüge getan wird.
Die Analyse macht deutlich, dass die Rede entweder unter phasenweisem Persönlichkeitswechsel, schwerwiegender anterograder Amnesie oder eben plumper Absicht zum Hinter-die-Fichte-Führen zustande gekommen sein dürfte. Auch könnte ein selektiver Ausfall für Kausalität, die komplette Isolation von Ursache (Reform-Agenda) und Wirkung (Sozialabbau und Niedriglohn) im Spiel sein. Wer noch einmal ein paar Eckdaten zur wirtschaftlich-sozialen Negativentwicklung hierzulande visualisiert haben möchte, sei auf unsere damaligen Vortragsfolien verwiesen, die auch den zeitlichen Zusammenhang zwischen prekärer Beschäftigung, Gewinnexplosion und Reform-Agenda veranschaulichen.