„Man fragt sich mehr und mehr, was die sogenannte freie Presse sein soll, wenn man einen solchen unverdaulichen Medienbrei in einem Wahlkampf vorgesetzt bekommt. Erfüllt die Presse keine kritische Funktion gegenüber den Regierenden, dann ist sie nur Machtverstärker der Vielparteienkoalition, die sich zusammengeschlossen hat, um eine bestimmte Ideologie durchzusetzen. Das kennt man von den Systemen, denen „unsere Politiker“ so gerne Unfreiheit vorwerfen. Zur Freiheit gehören unterschiedliche Positionen, und zwar nicht nur als Möglichkeit, sondern ganz real. Wer die formale Freiheit gewährt, unterschiedliche Positionen zu beziehen, aber materiell dafür sorgt, dass sie nicht das Licht der breiten Öffentlichkeit erblicken, ist nicht besser als der, der es von vorneherein für sinnlos hält, dem Volk Wahlfreiheit zu geben.“
(Heiner Flassbeck, Ökonom – Flassbeck-Economics, September 2013)