„Die jetzige Administration – getragen von der »Partei der Regionen« und den Kommunisten – versteht das Land als eine Art Brücke zwischen Rußland und Westeuropa, nicht als Bollwerk gegen den Osten oder den Westen. Der Druck der EU auf die Ukraine, sich mit Haut und Haar dem Westen bedingungslos hinzugeben, dieses ultimative Entweder-Oder, hat letztlich zu einer souveränen Entscheidung geführt. Der Westen hatte Geopolitik im Stil des 19. Jahrhunderts à la Bismarck verfolgt […] Kiew entschied nun ebenfalls in nationalem Interesse, was für mich Ausdruck gewachsenen Selbstbewußtseins ist. Da doch immer auf die vermeintlichen Demokratiedefizite in der Ukraine verwiesen wird, sage ich: Diese Entscheidung ist Ausdruck von Demokratie, nämlich Freiheit und Unabhängigkeit in der Entscheidung.“
(Rüdiger Göbel im Interview mit der Tageszeitung jungeWelt, 25.11.2013)