„Die gemäßigte Aufklärung war ein hocheffektives philosophisches Werkzeug, dessen rationalisierender Impuls zu einer immer umfassenderen Kontrolle des gesellschaftlichen und persönlichen Lebens führte. […] Wie Adorno und Horkheimer aufzeigten und wie Karl Marx schon vor ihnen argumentiert hatte, führte diese Objektivierung des menschlichen Lebens oft zu einem Gefühl der Entfremdung, denn die durchrationalisierte Welt richtet sich nach der Stechuhr und dem Rhythmus von Maschinen und Fabriken, Aktienmärkten und Großkonzernen – fast so wie in dem technologischen Albtraum von Charlie Chaplins großem Film Modern Times.“
(Philipp Blom, Historiker und Schriftsteller – Böse Philosophen – Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung)