„Die Grundregel des Fiskalpakts und ihre Anwendung programmieren folgenden >>Teufelskreis<<, wenn ein >>Schock<< (wie etwa eine Finanzkrise) eine Rezession verursachen:
- Schritt 1: Das BIP schrumpft, Budgetdefizit und Arbeitslosigkeit steigen.
- Schritt 2: Der gestiegene Arbeitslosigkeit wird als >>natürlich<< oder >>strukturell<< interpretiert, damit sinkt der Potentialoutput, die Outputlücke bleibt klein.
- Schritt 3: Das durch die Rezession erlittene Defizit wird als >>strukturelles<< Defizit uminterpretiert, es muss gespart werden.
- Schritt 4: Die Sparpolitik dämpft das BIP > gehe zu Schritt 1.“
(Stephan Schulmeister, österreichischer Ökonom – Der Fiskalpakt – Hauptkomponente einer Systemkrise, 13.11.2014)
Zur Problematik von Potentialschätzung und Kürzung siehe auch hier:
http://www.fes.de/cgi-bin/gbv.cgi?id=10710&ty=pdf
Zur Reinterpretation der gestiegenen Arbeitslosigkeit als „strukturell“ etwa S. 23, Abb. 8