„Die Parteibasis verwandelt sich gerade aus einer zutraulichen Herde in eine beunruhigte und wütende Masse. In dem Maße, in dem diese Basis gewahr wird, wie viel politischen Druck sie tatsächlich ausüben kann, wird der Populismus zum gemeinsamen Nenner unterschiedlicher Parteiströmungen und Wählergruppen (wie dies bei der Rechten bereits geschehen ist). Das erfolgt, wie die Sanders-Kampagne beweist, sowohl in landesweiten als auch in regionalen und lokalen Wahlkämpfen.
Der Wirtschaftspopulismus ermöglicht es zudem der Öffentlichkeit, sich über das Wesen des Neoliberalismus und die Zerstörung des Sozialstaats, für die er steht, illusionslos klar zu werden. In der Clinton-Ära haben (links)liberale Demokraten entweder eine Rückkehr zu den Vor-Reagan-Zeiten oder Verständnis dafür verlangt, dass es eben der Markt sei, der die Gesellschaft regiert. Mittlerweile aber wendet sich die Diskussion der Notwendigkeit kooperativer Produktionsformen, grüner Jobs und einer Wiederbelebung der Gewerkschaftsbewegung zu. Die Diskutanten kommen aus unterschiedlichen Richtungen, aber alle befassen sich mit folgender Frage: Brauchen wir einen neuen New Deal oder würden wir auf diesem Wege lediglich staatliche Top-Down-Dienstleistungen restaurieren, und das zudem unter den Bedingungen einer niedergehenden und völlig korrupten Marktwirtschaft?
Es handelt sich um einen Durchbruch im Diskurs der politischen Linken, inspiriert durch Verfechter des Kooperativengedankens wie Gar Alperovitz und Bewegungen, die sich vor allem mit Umverteilungsfragen befassen. Ausgelöst wurde er durch die Umweltkrise und die Misere, in die der Neoliberalismus das Leben arbeitender Menschen verwandelt.“
(Ethan Young, US-amerikanischer Aktivist und Autor – Risse im Beton – Linke Wahlerfolge in den Vereinigten Staaten, Studie der RLS New York, November 2015)