No 35

„Die ganze Gesellschaft wie auch ihre einzelnen Mitglieder werden >marktgängig< gemacht. Sie müssen sich wirtschaftlichen Verwertungsbedürfnissen und Gewinnmaximierungsbemühungen unterordnen, was zum Konformismus der öffentlichen Meinung beiträgt, demokratische und soziale Alternativen der Gesellschaftsentwicklung jedoch verschüttet. Das verbreitete Bewusstsein, auf den internationalen Gütermärkten einer >Welt von Feinden< gegenüber zu stehen und sich dort durch >deutschen Erfindungsgeist<, größeren Fleiß und mehr Opferbereitschaft behaupten zu müssen, kann man >Standortnationalismus< nennen. Standortnationalismus bezieht die traditionelle >Sorge um das (deutsche) Vaterland< auf den Fetisch einer angeblich sinkenden >Wettbewerbsfähigkeit< und macht den >eigenen<, im Zuge der Globalisierung als bedroht dargestellten Wirtschaftsstandort zum Fixpunkt des politischen Handelns.“

(Christoph Butterwegge, Politikwissenschaftler – Neoliberalismus und Standortnationalismus – eine Gefahr für die Demokratie? )

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