No 56

„Die heutige, neoklassisch dominierte Finanzwissenschaft kann daher nichts anderes sein als das Echo der gängigen ideologischen Vorurteile über die schädlichen Wirkungen von Steuern, insbesondere solcher mit progressiven Tarifen, Staatsschulden, Staatsausgaben usw., verbrämt mit völlig  irrelevanten Modellkonstruktionen und garniert mit empirisch uninformiertem Unsinn und Scheinevidenzen – besonders schlimm im Fall der Staatsverschuldung und des öffentlichen Kredits. […] Wer auf dieser Grundlage Finanzpolitik betreiben soll, wird nicht nur schlecht beraten, er bekommt ein veritables Brett vor den Kopf genagelt. Für die zukünftigen Unternehmer und Manager gibt es immerhin noch die  Betriebswirtschaftslehre, für die zukünftigen Finanzbeamten und -politiker sieht es düster aus.“

(Michael R. Krätke, Politischer Ökonom – Neoklassik als Weltreligion?)

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