„Am 16. November 2025 wurde ein 14-jähriger palästinensischer Junge während eines israelischen Militäreinsatzes im Flüchtlingslager Al-Faraa bei Tubas von israelischen Soldaten erschossen. Der Vorfall ereignete sich, als der Junge nach draußen ging, um mit Freunden und einem Cousin zu spielen. Nach dem Schuss lag der Junge mindestens 45 Minuten lang blutend am Boden und flehte um Hilfe, während israelische Soldaten um ihn herumstanden, ohne Erste Hilfe zu leisten. Auf Videos, die der Kommission vorliegen, ist zu sehen, wie der Junge am Boden liegt und eine Mütze in Richtung der um ihn versammelten israelischen Soldaten wirft – offenbar in dem Versuch, deren Aufmerksamkeit zu erlangen; ein Soldat tritt die Mütze daraufhin zu ihm zurück. Etwa zehn Soldaten sind zu sehen, wie sie den Jungen umstellen. Ein Soldat filmt ihn mit seinem Mobiltelefon, während andere offenbar die Umgebung und die Hausdächer beobachten. Ein Soldat legt schließlich einen Stein neben ihn. Zudem feuerten israelische Soldaten vier Schüsse in Richtung der Mutter des Jungen ab, als diese sich nähern wollte; die Schüsse trafen die Wand und die Tür ihres Hauses. Darüber hinaus hinderten israelische Soldaten gezielt einen wartenden Krankenwagen des Palästinensischen Roten Halbmonds (PRCS) daran, den Einsatzort zu erreichen, indem sie mit Laserzielvorrichtungen auf die Köpfe des Sanitäters und des Fahrers zielten. Nach dem Tod des Jungen beschlagnahmten die israelischen Soldaten seinen Leichnam, ohne der Familie Zugang zu gewähren. Die israelischen Behörden halten den Leichnam weiterhin zurück. Bei diesem Vorfall wurde ein weiterer Junge leicht verletzt.
95. Als Reaktion darauf erklärten die israelischen Sicherheitskräfte gegenüber der Zeitung >>Haaretz<<, israelische Soldaten hätten einen >>Terroristen<< identifiziert, der einen Betonblock auf die Einsatzkräfte geworfen habe und eine unmittelbare Bedrohung dargestellt habe; sie hätten auf ihn geschossen und Erste Hilfe geleistet, bevor er starb. Das Videomaterial belegt jedoch eindeutig das Gegenteil. Dem Jungen wurde nicht nur keinerlei medizinische Versorgung zuteil; vielmehr standen Soldaten bei ihm, filmten ihn und platzierten einen Stein neben ihm, um den Vorfall als Folge von Steinwürfen darzustellen.“1
(Unabhängige internationale Untersuchungskommission für das besetzte palästinensische Gebiet, einschließlich Ost-Jerusalem, und Israel – “The essence of childhood has been destroyed”: Israel’s deliberate targeting of Palestinian children in the Occupied Palestinian Territory since 7 October 2023, Website des Büros des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte, 18.6.2026, Übers. Maskenfall)