Oscar Lafontaine über das Wahlkreuz auf vier austauschbaren Positionen

Oskar Lafontaine über die Amerikanisierung der deutschen Politik, die Auseinandersetzung auf Nebenkriegsschauplätzen, die rot-grünen Plagiierer und das Alleinstellungsmerkmal, das DIE LINKE nicht aufgeben darf:

Lagerwahlkampf (junge Welt vom 21.3.13)

Was die Rolle der Medien an der Verschleierung der inhaltlichen Einheitspartei aus vier Flügeln anbelangt, so verweist Herr Lafontaine gleich zu Anfgang auf den US-Schriftsteller Vidal, der die Medien als ein Propagandamittel zur Aufrechterhaltung von Machtverhältnissen sah. Lafontaine bemerkt hierbei, dass man derartige Sichtweisen auch als „literarische Übertreibung“ sehen mag. Dabei durfte DIE LINKE, die als einzige im Bundestag vertretene Partei Positionen aufweist, die der neoliberalen Konstruktion grundlegend zuwider laufen, die Funktion der Mainstreammedien doch wiederkehrend auf sehr reale Weise erfahren, so dass hier wenig Zweifel an der Rolle der Mainstreammedien als Systemkonservierer bestehen dürfte. Die Schwierigkeit besteht jedoch darin, dass man, immer dann, wenn man die Benutzeroberfläche zur Pseudoorientierung der Bevölkerung anspricht, in verschwörungstheoretische Ecken besonders von jenen geschoben wird, die die Benutzeroberfläche doch so lieben. Der Unterschied zu einer Verschwörungstheorie im negativ besetzten Sinne besteht jedoch darin, dass es sich bei der Thematisierung der Massenmedien als wenig plurale Systemerhalter um eine empirisch recht gut belegte Theorie handelt, die jedoch verständlicherweise keinen Icon von den wiederum zuständigen Benutzeroberflächenprogrammierern erhalten hat (sprich: wissenschaftlich kaum Beachtung fand).

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