Oscar Negt im Interview mit Kontext: Wochenzeitung

Oscar Negt über den betriebswirtschaftlichen Vernunftsbegriff heutiger Gesellschaften, die kulturelle Suchbewegung, politische „Schwarzmarktfantasien“ und die gesellschaftliche Auflösung durch Kommerzialisierung: „Die Risse des Systems aufdecken“

(Über das Hartz-System im Auftrage Schröders galoppiert mir Herr Negt verdächtig rasch hinweg und zündet hierbei den ablenkenden Leuchtkörper auf Herrn Hartz als Fehlbesetzung. Dabei hatte selbiger sich wenigstens noch für einen höheren Regelsatz (511 Euro) ausgesprochen, den rot-grün bei der Einführung dann aus Willkür deutlich herabgesetzt hatte. Das angebotszentrierte Betriebswirtschaftsdenken, das Herr Negt beklagt, hat gerade durch SPD und Grüne (unter Applaus von CDU/CSU und FDP) hierzulande den roten Teppich ausgerollt bekommen. Metaphorische Sprache mag zwar Hilfestellung zur gesellschaftlichen Analyse bieten, sie darf aber nicht Ersatz dafür sein, konkrete Mechanismen der Verschlechterung zu benennen. Wie heißt es doch: „Die Wahrheit ist konkret“.)

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