Unser Freund Andreas Meyer, eine der guten Seelen von Attac Kiel, zu Rettungspaketen und Schuldenbremsen in der Eurokrise
Europa in der Krise
Europa befindet sich in der tiefsten sozialen und wirtschaftlichen Krise seit Bestehen der Europäischen Union. Stark sinkende Löhne, in Griechenland um 30 Prozent, der Abbau sozialer Leistungen, wachsende Armut und Obdachlosigkeit kennzeichnen diese Krise in weiten Teilen dieses Kontinents.
Die durchschnittliche Arbeitslosenquote liegt in der EU derzeit bei 10 Prozent und die Jugendarbeitslosigkeit nähert sich der 25 Prozent-Marke. In den besonders betroffenen Krisenländern hat die Arbeitslosigkeit bereits 20 Prozent überschritten. In Griechenland und Spanien sind fast 50 Prozent aller Jugendlichen arbeitslos. Weitere Merkmale dieser Krise sind hohe Staatsschulden, Rezessionen und Kapitalflucht aus den Krisenländern.
In dieser dramatischen Situation setzt das europäische Krisenmanagement unter deutscher Regie zu einer tief greifenden Demontage hart erkämpfter sozialer Errungenschaften in ganz Europa an. Mit Hinweis auf die hohen Staatsverschuldungen tischen sie uns das bekannte Märchen auf, dass die Bevölkerung über ihre Verhältnisse gelebt habe. Nach dieser Erzählung seien angeblich drastische Sparmaßnahmen notwendig, um die Konkurrenzfähigkeit der Volkswirtschaften wiederherzustellen.
Dabei wird übergangen, dass neben allen nationalen Besonderheiten der wesentliche Teil der staatlichen Neuverschuldung eine Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/9 war. Diese Krise wurde bekanntlich durch abenteuerliche Finanzspekulationen und Bankencrashs ausgelöst. Weltweit wurden über eine Billion US Dollar aus öffentlichen Mitteln in Bankenrettungen und Konjunkturprogramme gepumpt. So stieg innerhalb der EU die durchschnittliche Staatsverschuldung sprunghaft seit 2008 von 60 Prozent auf über 80 Prozent des Bruttosozialprodukts an.
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