No 12

„Und es kann in der Gesamtheit unserer Überzeugungen unterschiedliche Provinzen geben: solche, wo man der kritischen Distanz fähig ist, und solche, wo man der Sklave früherer Infiltration geblieben ist. Daß einer ein erleuchteter Wissenschaftler ist, muß ihn nicht daran hindern, lautstark für die Todesstrafe einzutreten, indem er die bekannten Klischees herunterbetet und dazu mit der Faust auf den Tisch haut.“

(Peter Bieri, Philosoph und Schriftsteller – Das Handwerk der Freiheit)

No 11

„Der Terrorismus, der im furchtbaren 11. September kulminierte, ist ein Krieg der Armen gegen die Reichen. Der Krieg ist ein Terrorismus der Reichen gegen die Armen.“

(Peter Ustinov, Schauspieler, Regisseur, UNICEF-Sonderbotschafter – Achtung! Vorurteile, 2003)

Gregor Gysi – Auftakt nach der Sommerpause 2011

Rede vom 7.9.2011 zu den Themen Euro-Krise, Libyen, Arbeitsmarkt und gesetzliche Krankenversicherung:
http://www.youtube.com/watch?v=9hJ3K4QcRIk&feature=youtube_gdata_player

Wie üblich legt Gysi mehrere Argumentationsebenen mehr Tiefe an den Tag als die Redner anderer Fraktionen, doch wer mit politischen Aufziehpuppen debattiert, braucht natürlich nicht auf deren Responsivität hoffen. Den Angehörigen anderer Fraktionen steht nach ihrem Ausscheiden aus der Politik immerhin noch eine Karriere als rhetorische Anästhesisten offen (wenn sie denn keine lukrativen Tätigkeiten in der Öl-, Rüstungs-, Zigaretten-, Banken- oder Leiharbeitsbranche finden sollten).

No 10

„Man stelle sich nun einmal vor, die Normalbürger wüssten Bescheid über die Fakten und Hintergründe von Armut und Reichtum, Weltwirtschaftsordnung, Konzernpolitik in der Dritten Welt, wirtschaftlichen Verflechtungen und Korruption – ganz zu schweigen von den ökonomischen, politischen und philosophischen Theorien und ihren Folgen. Wäre unter diesen Umständen eine mit beeinflussbaren Stümpern durchsetzte politische Klasse überhaupt vorstellbar?“

(Thomas Wieczorek, Journalist und Parteienforscher – Die verblödete Republik, 2009)

Scotty, mehr Energie auf das kritische Denken!

Liebe Konformistin,

manchmal habe ich den Verdacht, Du würdest meinen, dass wir es in unserem Lande überwiegend mit ideologiefreien Staatenlenkern zu tun hätten. Dass die Aufgabe unserer Regierungen dadurch, dass sie die Spitze einer Demokratie von aufgeklärten – weil mit Internet und Fernsehen ausgestatteten?! – Bürgern bilden und auf die kumulierten Weisheiten von Wissenschaft und Geschichtsschreibung zurückgreifen können, zwangsläufig in bloßer Sachverwaltung bestünde. In diesem Bild wäre Politik dazu da, den Status quo zu erhalten, d. h. Sorge dafür zu tragen, dass wir rund 2 bis 3% Wirtschaftswachstum haben, dass die Staatsschulden sich wieder dem Maastricht-Kriterium annähern, dass BMW seinen neuen 5er entwickeln kann und die Arbeitslosigkeit die 3-Millionen-Grenze nicht übersteigt.

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No 9

„Zu den echten persönlichen Vorzügen, dem großen Geiste, oder großen Herzen, verhalten sich alle Vorzüge des Ranges, der Geburt, selbst der königlichen, des Reichtums und dergleichen wie die Theater-Könige zu den wirklichen.“

(Arthur Schopenhauer – Aphorismen zur Lebensweisheit)

Kritik zum Plusminus Beitrag „In der Schuldenfalle: Wo Europa wackelt“

Zu diesem Beitrag habe ich soeben folgenden Text an das Plusminus-Team geschickt:

Sehr geehrtes Plusminus-Team,

zu Ihrem Beitrag vom 23.8. „In der Schuldenfalle: Wo Europa wackelt“ möchte ich anmerken, dass zwar löblich hervorzuheben ist, dass sie die Verschuldung der Staaten nicht singulär betrachtet haben, sondern zugleich die Leistungsbilanz beleuchteten, da selbige eine relevante Größe zur Bewertung der finanziellen Situation von Volkswirtschaften und dem darüber geschalteten Staatssektor ist. Zudem haben Sie nicht, wie vielerorts üblich, Schulden generell verteufelt, sondern sind darauf eingegangen, dass Verschuldung unter dem Gesichtspunkt der Investition durchaus positive Auswirkungen haben kann, indem reale Strukturen für die Zukunft aufgebaut werden.

Eine deutliche ideologische Schlagseite wies der Beitrag dann jedoch in der Darstellung der Verantwortlichkeit für die Leistungsbilanzdefizite vieler europäischer Staaten wie etwa Portugal oder Frankreich auf.

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Einigen dämmert’s (Teil 2)

Gestern Abend lief doch tatsächlich ein sehr sehenswerter Beitrag auf Frontal 21, der die Steuersenkungen für Reiche und Unternehmer anprangerte und einige Millionäre vorstellte, die für höhere Steuern für ihresgleichen plädieren. Unbedingt anschauen.

Kurz vorher lief allerdings dieser Beitrag bei plusminus (das Video dazu ist scheinbar leider noch nicht online), der leider mal wieder eklatante Unwissenheit über volkswirtschaftliche Zusammenhänge aufwies. Ich hoffe, wir schaffen es, morgen nochmal genauer darauf einzugehen.

Vergleich der Rentensysteme

Die NachDenkSeiten machen einen genialen Job, aber manchmal gehen in der Fülle der Informationen die Grundlagen etwas unter. Daher hier einmal der Hinweis auf einen frühen Grundlagenartikel zum Vergleich der Rentensysteme. Darin wird herausgearbeitet, wieso die umlagefinanzierte Rente deutlich effizienter arbeitet als eine kapitalgedeckte Variante. Eine Tatsache, die leider den meisten Menschen immer noch nicht klar ist und die nicht oft genug wiederholt werden kann.

No 8

„Hunger, Seuchen, Durst und andere armutsbedingte Lokalkonflikte zerstören jedes Jahr fast genauso viele Männer, Frauen und Kinder wie der Zweite Weltkrieg in sechs Jahren. Für die Menschen der Dritten Welt ist der Dritte Weltkrieg unzweifelhaft in vollem Gang.“

(Jean Ziegler, ehem. UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung – Die neuen Herrscher der Welt, 2003)