Volker Pispers fasst das Wirken der neoliberalen Fünfflügelpartei der letzten Jahrzehnte zusammen und benennt einen zentralen Bezugspunkt ihres Einheitshandelns:
„Zum Ausgang der Bundestagswahl 2013“
Wer sich ein wenig die Ideologie hinter dem handlungsbezogenen Einheitsbrei – die Gründe der fabrizierten Alternativlosigkeit – vor Augen halten will, sei auf einen Text von Sebastian Müller verwiesen, der anhand einer Begriffsanalyse nicht nur Gedankengebäude und Mechanismen der neoliberalen Totalität erläutert, sondern ebenso eine Wiedererinnung an die jüngere deutsche „Reform“geschichte ermöglicht:
„Zeiten des Neusprechs – Wie Neoliberalismus die Welt erklärt“
Hat man sich erst einmal durch ein wenig analytische Distanz das Bezugssystem der Mainstreampolitik bewusst gemacht, kann man viele der politischen Debatten getrost als Scheinprobleme v.a. verfehlter Verteilungspolitik unter „irrelevant“ verbuchen, muss jedoch zugleich feststellen, dass die Ideologie leider genügend Flexibilität besitzt, trotz Finanzmarktkrise (und somit Versagens gerade des neoliberal angebeteten Privatsektors), noch wirkmächtiger als bisher v.a. in Europa die Realität zu diktieren (Schuldenbremsen, Wettbewerbspakte, Arbeitsmarktflexibilisierung, Reduzierung des öffentlichen Sektors etc.). Das demokratische Fensterchen am kommenden Sonntag wird dabei leider von den Allermeisten nicht genutzt werden, wenigstens ein wenig mehr Spielraum für gesellschaftliche Gestaltung durch die Formaldemokratie einzufordern.