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No 302

„In den letzten zwei Monaten hat Trump einen Kommandoüberfall im Jemen befohlen, durch den Kinder und Dutzende unschuldiger Menschen niedergemetzelt wurden, er hat Mossul bombardieren lassen, wodurch viele Zivilisten ums Leben gekommen sind, und hat eine Moschee nahe Aleppo bombardieren lassen, wodurch Dutzende Zivilisten getötet wurden. Während der Kampagne gelobte er die Familienmitglieder mutmaßlicher Terroristen umzubringen. Er schloss Amerikas Türen für syrische Flüchtlinge, und lässt Menschen, die seit ihrer Kindheit in den USA leben, abschieben, ohne dass sie je Verbrechen begangen haben. In Anbetracht all dessen, kann die amerikanische Elite ihm tatsächlich abnehmen, dass er durch Humanität motiviert ist – tiefsitzenden Zorn darüber, zu sehen, wie syrischen Kindern Leid zugefügt wird – wenn er Syrien bombardiert? Ja, sie kann es und sie tut es. Das liegt daran, dass die amerikanische Elite immer daran glauben will, – oder zumindest andere glauben machen will – dass die Vereinigten Staaten wieder und wieder Länder bombardieren nicht aus Aggression und Dominanz heraus, sondern aus Liebe, Freiheit, Demokratie und humanitärer Sorge. […]
Wenn es Humanität ist, was die Vereinigten Staaten in Syrien motivierte, würden sie eine enorme Anzahl von Flüchtlingen aufnehmen, aber das haben sie nicht getan. Wenn es Humanität ist, was die Vereinigten Staaten zur Bombardierung Libyens motivierte, hätten sie dem Land später große Summen an Unterstützungsgeldern zukommen lassen, um ihm dabei zu helfen, mit der aufkommenden Anarchie und dem Elend zurecht zu kommen, doch das taten sie nicht. Das liegt daran, dass Humanität der Vorwand für Kriege ist, nicht das eigentliche Motiv.“

(Glenn Greenwald, US-amerikanischer Journalist – The Spoils of War: Trump Lavished With Media and Bipartisan Praise For Bombing Syria, The Intercept, 7.4.2017, Übers. Maskenfall)1

  1. Zu den eigentlichen Motiven und Hintergründen, sowie dem Nebel des Krieges und dem reichlichen Zynismus konnte Michael Lüders kürzlich bei Markus Lanz erfreulicherweise seine Analysen einbringen. Ein sehr empfehlenswerter Zusammenschnitt (23 Min.) ist hier abrufbar. Die deutsche Bundesregierung hingegen rechtfertigte den jüngsten Völkerrechtsbruch der USA, dazu ein Kommentar unsererseits auf Facebook. []

Jascha Jaworski

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