„…durch die Alterung der Beitrag für die Rentenversicherung auf 21,8% steigt. 21,3% betrug er 1997 und 1998. Inzwischen beträgt er 18,6%. Man hat nämlich für die Unternehmer den Beitrag gesenkt, aber den Beschäftigten aufgegeben, 4% ihres Bruttoeinkommens in die Riester-Förderung zu stecken. So, damit hat man im Grunde ja den Beitrag, den die Beschäftigten zahlen müssen damals von – es waren 9,15% [Arbeitnehmeranteil, Anm. JJ] – hat man erhöht, um 2% nicht sogleich, sondern um 4%. D.h., die haben jetzt einen viel höheren Beitrag, aber die Arbeitgeber haben einen geringeren. Das war der Sinn der Übung. Und wenn sie die Demographie ansprechen und diesen unsäglichen Satz: >>Das ist ’ne Frage der Mathematik<<, nein: Es ist ein politisches Problem, und keines der Mathematik. Die Demographie wird als Mittel der sozialpolitischen Demogogie benutzt. Es wird so getan, als sei die Höhe der Rente eine Frage der Biologie. >>Wie alt ist die Bevölkerung?<< Nein, […] aber es ist ’ne Frage erstens, Frau Plättner, der Ökonomie: Wie groß ist der Reichtum, den die Gesellschaft erwirtschaftet, zu dem Zeitpunkt, wo die Renten bezahlt werden müssen. Und zweitens ’ne Frage der Politik, nämlich: Wie wird dieser wachsende Reichtum – gegenwärtig nur gering wachsende Reichtum, aber auf lange Sicht sicherlich weiter wachsende Reichtum – der Gesellschaft auf die verschiedenen Klassen, Schichten und Altersgruppen verteilt. Und das regelt nicht die Demographie und das regelt nicht die Biologie einer Gesellschaft, das ist ein biologistisches Menschen- und Gesellschaftsbild, das ich überhaupt nicht teile. […] aber es ist ein ökonomisches und ein politisches und ein Verteilungsproblem.“¹
(Christoph Butterwegge, Professor i.R. für Politikwissenschaft und Armutsforscher – phoenixRunde: Streit um Reformen – Wer kann wie viel leisten?, YouTube-Kanal von phoenix, 27.5.2026)
¹(Anm. JJ: Für den speziellen Ausschnitt, in dem Christoph Butterwegge es so gekonnt auf den Punkt bringt, siehe hier. Ein paar weitere Hintergrundinformationen auf Folien von uns zum Thema, siehe z.B. hier (ab Folie 11) )