“Seit Inkrafttreten der ‘Waffenruhe’ haben israelische Streitkräfte ihre Bombardierung und Beschießung des Gazastreifen fortgesetzt und dabei 422 Menschen getötet und 1.189 weitere verletzt.
Allein am 4. und 5. Januar töteten israelische Streitkräfte mindestens fünf Palästinenser in der Region Khan Yunis. Darunter ein 15-Jähriger, der beim Fischen von einem Marineschiff erschossen wurde, ein Mann, der in einem von Israel kontrollierten Gebiet jenseits der >>Gelben Linie<< erschossen wurde, und ein Mädchen, das bei einem Drohnenangriff auf das Zelt einer vertriebenen Familie getroffen wurde.
In diesem Zeitraum dehnte Israel seine Kontrolle über die Grenzen des Waffenstillstandsabkommens hinaus auf mindestens 56 % des Gazastreifens aus. Die >>Gelbe Linie<<, die die israelische Rückzugslinie markieren soll, ist in einigen Gebieten immer noch nicht klar erkennbar, und israelische Streitkräfte töten und verletzen weiterhin Zivilisten auf beiden Seiten dieser Linie.
Das Militär setzt die Zerstörungskampagne östlich der >>Gelben Linie<< fort. Aktuelle Satellitenbilder zeigen Hunderte von zerstörten Gebäuden in diesem Gebiet.
Der Minenräumdienst der Vereinten Nationen schätzt, dass der Gazastreifen mit rund 7500 Tonnen Blindgängern übersät ist, die täglich zu Verletzungen von Zivilisten führen, die zwischen den Ruinen aufräumen oder suchen. Israel behindert weiterhin die Einfuhr von Ausrüstung und die Durchführung der für die Räumung notwendigen Arbeiten.
Winterstürme, Blindgänger, einstürzende Gebäude und zerstörte Infrastruktur haben den Alltag, insbesondere für Kinder, zu einem Kampf ums Überleben gemacht. Fast 1,5 Millionen Menschen leben noch immer in provisorischen Zelten oder beschädigten Gebäuden, die keinen Schutz vor Regen, Wind und Überschwemmungen bieten.”
(B’Tselem, israelische Menschenrechtsorganisation – Tweet vom 10.1.2026, X-Kanal von B’Tselem, 10.1.2026, Übers. Maskenfall)