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Berichterstattung zum Krieg in Gaza, humanitäre Situation und die Frage, was “kritisch sein” bedeutet

Um sich ein ausgiebigeres Bild von den Zuständen im Gazastreifen machen zu können, als es die “diplomatischen” Filtermedien des Mainstreams hierzulande tun, verweisen wir erneut auf das Portal Democracy Now!, das einen Auslandskorrespondenten vor Ort hat (Video leider auf englisch und noch steht kein Untertitel zur Verfügung):

(Quelle: Democracy Now!, “>>Nowhere to Go<<: Gaza Suffers One of Deadliest Days so Far as Israel Vows >>Protracted<< Assault”)

Und hier Angaben zur humanitären Situation durch den UN-Nothilfekoordinator:

“Occupied Palestinian Territory: Gaza Emergency Situation Report” (Stand bis zum 28.7.)

Manchmal kann man ja den Eindruck haben, dass Kritik in Sachen Israel-Palästina-Konflikt in linksorientierten Kontexten genau dann als erstrebenswert, weil besonders friedensmotiviert, humanistisch und fortschrittlich gilt, wenn ihr eine Ausgewogenheit im Ausmaß der Vorwürfe zugrunde liegt, die man gegen Akteure eben auf beiden Seiten erhebt. Bei der Kritik am israelischen Vorgehen – bedenke: gemeint sind in erster Linie Militär und politische Elite – solle man der Logik folgend also zu keinem Zeitpunkt vergessen, ihr das gleiche Maß an Kritik gegenüber der Hamas an die Seite zu stellen.
Bedeutet eine solche Ausgewogenheit also den Höhepunkt an kritischer Haltung? Ich glaube nicht.
Eine Friedensperspektive kommt sicherlich nicht durch Einseitigkeit, Pauschalisierung und Abstempelei auf. Ihr wird jedoch ebenso nicht dadurch gedient, dass man Fakten ungewichtet und Entwicklungen unbeleuchtet lässt, um seinen Standpunkt danach auszurichten, dass er eine bestimmte Distanz zum Mainstream nicht überschreitet. Kritik sollte darauf beruhen, dass man die Dinge beobachtet, dokumentiert und dann seine Schlussfolgerungen daraus zieht und diese dann auch äußert, auch wenn sie der vorherrschenden Erzählung widersprechen.

Als Beispiel für eine solche Kritik verweise ich auf diesen Artikel des israelischen Haaretz Journalisten Gideon Levy:

“Israel wünscht keinen (gerechten) Frieden” (Übersetzung eines Haaretz-Kommentars vom 4.7.2014)

Jascha Jaworski

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