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No 483

“Das ist ein Durchbruch für die internationale Klimadiplomatie, ein Durchbruch für die internationale Klimapolitik. China ist ja mit Abstand der größte Verursacher von klimaschädlichen Treibhausgasen und das war wirklich ein ganz wichtiger Moment, weil sich zeigt, China ist dazu bereit, mehr zu tun, und China hält sich auch an das, was im Pariser Klimaabkommen 2015 vereinbart wurde, als nämlich gesagt wurde, 2020 sollen alle Staaten ihre Klimaziele noch mal nachschärfen und verbesserte Ziele einreichen.
China hat das bestätigt und gesagt, das werden wir tun, und gesagt, wir werden vor 2060 CO2-neutral werden und wir werden auch vor 2030, was bisher das Ziel ja war, den Scheitelpunkt unserer Emissionen erreichen, sprich ab dann werden sie sinken, und zwar ziemlich schnell, um bis 2060 spätestens netto null zu erreichen. […]
Nein, China ist damit noch nicht auf Kurs. Das müsste noch schneller gehen. Wir wissen allerdings auch, in der Vergangenheit war es oft so, dass Chinas Zusagen auf internationaler Ebene ziemlich vorsichtig waren, nur Sachen zugesagt wurden, wo die Führung in Peking der Meinung war, dass sie das auf jeden Fall erreichen können, und die dann häufig schneller erreicht oder übererfüllt wurden. Das ist ein ganz wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Der Climate Action Tracker – das ist ein Projekt von führenden Klimawissenschaftlern, die immer ausrechnen, was das jetzt für die globale Erwärmung bedeutet – sagt, ohne die Ankündigung von China waren wir mit allen Ankündigungen von anderen Ländern auf dem Kurs zu 2,7 Grad Erwärmung. Das ist ja immer noch deutlich zu viel. Mit dieser Ankündigung von China sind wir jetzt auf dem Kurs zu 2,4 Grad. So eine einzige Ankündigung von China macht schon einen ziemlich deutlichen Unterschied, ist auf jeden Fall ein großer Schritt in die richtige Richtung, aber es reicht noch nicht.”

(Lutz Weischer, politische Leitung Berlin von Germanwatch e.V., >>Durchbruch in der internationalen Klimapolitik<<, Deutschlandfunk, 25.9.2020)

Jascha Jaworski

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