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Die Übersterblichkeits-Statistik auf “Euromomo”: Fehler oder Manipulation?

ACHTUNG, dieser Artikel enthält eine fehlerhafte Argumentation!

Liebe Leser, leider ist mir bei dem folgenden Text ein Fehler beim Vergleich und der Einschätzung der Aussagekraft der Zahlen unterlaufen. Dies war keine Absicht und ich möchte mich bei allen Lesern sowie den Trägern der Seite Euromomo ausdrücklich entschuldigen! Ich hatte zwar die absoluten Zahlen mit der z-score verglichen, habe aber durch eine Überschlagsrechnung zu schnell und fälschlicherweise geschlussfolgert, dass diese z-score mit einer prozentualen Abweichung identisch ist. Ebenfalls war meine Aussage nicht richtig, dass die Übersterblichkeit aller europäischen Euromomo-Partner zusammen auf dem Niveau der von der WHO gezählten Corona-Toten liegt, denn sie liegt sogar noch spürbar dadrüber.

In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen versichern, dass ich beim nächsten Mal die Aussagekraft der verwendeten Zahlen ausführlicher überprüfen werde, um Vorfälle dieser Art zu vermeiden. Darüber hinaus möchte der Autor seinen Ärger darüber ausdrücken, dass die Seite Euromomo mit der “z-score” eine Maßeinheit verwendet, die die europäische Übersterblichkeit mit der der einzelnen Länder schwer vergleichbar macht. Durch eine Betrachtung einzelner Länderdaten (z. B. Schweiz oder Frankreich) habe ich feststellen können, dass die gemessene Übersterblichkeit, würde man sie tatsächlich ungefähr prozentual angeben, in den einzelnen Ländern wohl tatsächlich zu dem Niveau aller europäischen Momo-Partner führen würde.

Der fehlerhafte Artikel folgt im unteren Teil.

MfG

Ihr Jochen Schölermann

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Beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wird die private Rente als Mittel gegen Altersarmut propagiert

Heute wurde von der Rentenkommission ein Abschlussbericht ausgehändigt, der wohl im Großen und Ganzen die gesetzliche Rente als wichtigen Sockel im Rentensystem ansieht. Ohne jetzt konkret auf das Thema Rentenpolitik einzugehen, möchte ich auf diesen Beitrag von Peter Haan beim DIW verweisen. Das DIW gehört eher zu den gemäßigten Institutionen, dessen Studien zum Beispiel oft Einkommensungleichheiten aufzeigen und kritisieren, die aber auch immer mal wieder neoliberale Maßnahmen vorschlagen. Hier ein Beispiel von dem “Griechenland-Experten” Kritikos, der Bürokratieabbau und Steuersenkungen empfiehlt. Dieses Mal propagierte man die private Rentenversicherung.

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Totschlagargument “Unsicherheit”: Die ökonomischen Institutionen lenken von ihrer Ahnungslosigkeit ab

Es ist doch eigentlich ganz klar: Durch politische Ereignisse wie den Brexit und die handelspolitischen Drohungen und Handlungen der USA haben sich große Unsicherheiten (ARD / DIW) aufgebaut, infolge derer nun die Unternehmen international mit einer Zurückhaltung ihrer Ausgaben reagieren. Die Folge wäre, dass vor allem Deutschland mit seinem starken Export darunter leidet. Unabhängig davon, wie man diese Politik findet, stellt sich die Frage, wie stark sind denn nun die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Unsicherheiten der Firmen. Schließlich kann es viele denkbare Gründe für eine wirtschaftliche Dynamik geben. Wo sind die statistischen Belege dafür, dass diese Unsicherheiten die signifikante Ursache der wirtschaftlichen Probleme Deutschlands sind?

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Die alte Leier ist wieder da: DIW-Ökonom empfiehlt Griechenland Steuersenkungen und Bürokratieabbau

Die Forderung nach Steuersenkungen für den Wirtschaftsaufschwung ist wieder en vogue: In einem Interview mit der Tagesschau empfiehlt der DIW-Ökonom Kritikos doch tatsächlich den Griechen, sie mögen durch eine umfangreiche Steuersenkung ihre Schwarzarbeit abbauen und durch Bürokratieabbau die Wirtschaft ankurbeln.

Was wurde nicht seit den 80er Jahren immer wieder von den angeblich so gravierenden Bürokratiekosten, Lohnnebenkosten und den abwürgenden Steuern gesprochen. Schon damals ließ sich Ronald Reagan von der berühmten Laffer-Kurve beeindrucken, die versprach, dass bei einem Senken des Steuersatzes so viel mehr Arbeitskräfte in die Besteuerung zurückkehren, dass die Steuereinnahmen dadurch so steigen würden.

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Der Abschwung der deutschen Wirtschaft ist jetzt real!

Im Mai sind die offizielle saisonbereinigte Arbeitslosigkeit und die verdeckte Unterbeschäftigung das erste Mal seit ungefähr 6 Jahren wieder deutlich gestiegen. Eingehende Stellenausschreibungen und offene Stellen sind spürbar rückläufig. Wie wir es Anfang Mai und bspw. auch Makroskop geschrieben haben, sind die massiv gefallenen Auftragseingänge in der Industrie (bzw. indirekt die hohe deutsche Exportabhängigkeit) der schwerwiegendste Grund des Abschwungs. Der Einbruch der Aufträge ist so deutlich, dass mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit vorerst zu rechnen ist. Faktoren wie der seit Ende 2014 gesunkene und zuletzt wieder etwas stärkere Ölpreis helfen die nächste Zeit nicht mehr, auch wenn ein kurzzeitiger Preiseinbruch Ende 2018 im 1. Quartal 2019 noch einmal den privaten Konsum stark stimulieren konnte. Man kann nur hoffen, dass sich der Abschwung in Grenzen hält und wirtschaftspolitische Einsicht den Staat vernünftig handeln lässt, wobei ich jedoch vor allem das Zweite leider für unwahrscheinlich halte.

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Konjunktur-Bericht für 2018 und 2019: Der Pessimismus war berechtigt

Im Januar 2018 war ich bereits pessimistisch für das Jahr 2018 und das habe ich dann in einer Auseinandersetzung mit dem optimistischen “Gemeinschaftsgutachten” vier deutscher Wirtschaftsinstitute noch einmal anhand von damals aktuellen Entwicklungen bestätigt. Wie sich jetzt herausgestellt hat, war das Gutachten tatsächlich viel zu optimistisch, und das, obwohl wieder einmal zufällige Faktoren wie der zwischenzeitlich erneut gefallene Ölpreis und der auch jetzt noch niedrige Wechselkurs das Wachstum gestützt haben dürften.

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Bekämpfung der Kriminalität: Besser als ein aufgeblähter Sicherheitsapparat ist eine niedrige Arbeitslosigkeit

Spätestens durch die AfD ist das Thema Sicherheit wieder stärker in die Schlagzeilen gekommen, und damit auch die Debatte über den Umfang der Mittel für die Polizei. Dass ein Staat ein gewisses Maß an Sicherheitsinfrastruktur und Kontrolle braucht, ist wohl unstrittig. Doch kann Abschreckung allein wenig ändern, wenn es Einflüsse auf die Einstellung der Menschen gibt, die sie zu moralisch bedenklichen Handlungen treiben. Zudem führen Aufwendungen in die Sicherheit nur bedingt zu einer eintretenden Vermeidung von Verbrechen, sondern zumeist zu einer höheren Aufklärungsquote, die den angerichteten Schaden nicht wieder gutmacht, und große Summen verschlingen kann. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die wichtigste wirtschaftliche Ursache für kriminelles Verhalten, die Arbeitslosigkeit, um so mehr. Dessen Einfluss scheint gewaltig zu sein, und es ist schon kurios, dass viele der lautesten Ächter der Kriminalität sich für jene gar nicht interessieren.

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Gemeinschaftsgutachten der Wirtschaftsinstitute: Abflauende Konjunktur und ihre Faktoren werden durch neoliberale Hypothesen verdrängt

Wenn man das jüngste Gemeinschaftsgutachten der (fünf)1 Wirtschaftsinstitute liest, erwartet man schon generell nicht viel. Schon einmal haben wir uns hier einem dieser Gutachten im Jahr 2013 gewidmet. Man kennt die für solche Prognosen oft optimistischen Annahmen und die tendenziell neoliberale Orientierung, speziell die dieser Institute. Trotzdem hofft man doch irgendwie, dass infolge der Krisenerfahrungen in Südeuropa oder mit der binnen- und außenwirtschaftlichen sehr unterschiedlichen Beschäftigungsentwicklung in Deutschland diverse Erkenntnisse zu den von dem Wirtschaftsministerium beauftragten2 Instituten durchgedrungen sind. Zumindest jedoch, dass grundlegende Faktoren richtig erkannt werden. Doch das ist zumindest bei diesen Institutionen nicht der Fall. Stattdessen werden willkürliche Behauptungen aufgestellt, und naheliegende Zusammenhänge teils oder ganz ignoriert. Die Folgen davon: Pauschale Vorverurteilungen von Handelsregulierungen, eine Aufforderung zum Abbau des Sozialstaats und eine naheliegende Fehleinschätzung der konjunkturellen Lage.

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  1. Siehe Namen der Institute im oberen Vermerk der Kurzfassung []
  2. 1,3 Milllionen Euro soll das Ministerium sich die Diagnose kosten lassen []
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Deutsche Konjunktur 2017: Vor allem durch den Export besser als erwartet

Im Konjunkturbericht des letzten Jahres war ich eher skeptisch bezüglich einer weiter steigenden Beschäftigung in 2017. Durch die prognostizierten nachlassenden Steigerungen der Staatsausgaben und die anziehenden Ölpreise ging ich von einer eher schwächeren Binnenkonjunktur 2017 aus, war mir im Hinblick auf die Weltkonjunktur aber unsicher. Unter anderem argumentierte ich mit der damals von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichen Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, die zu stagnieren begann.

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Neoliberale Bauhauptungsfrechheit von tagesschau.de im Zusammenhang mit der Parlamentswahl in Frankreich

Eigentlich ist es nur ein Beispiel des regelmäßig auftretenden Wahnsinns. Bestimmte Medien oder Journalisten stellen etwas als feststehende Tatsache dar, obwohl es nicht bewiesen wurde, oder noch nicht einmal versucht wurde, es zu beweisen. In diesem Zusammenhang sind immer mal wieder Beispiele wichtig, um aufzuzeigen, mit welcher willkürlichen Frechheit auch die Journalisten von öffentlich-rechtlich finanzierten Medien vorgehen, und damit die aus unserer Sicht nötige inhaltliche Distanz vermissen lassen. In diesem Fall handelt es sich um einen Beitrag von tagesschau.de im Zusammenhang mit einem Interview zur Parlamentswahl in Frankreich.

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